Pressemitteilung | Deutscher AnwaltVerein e.V. (DAV)
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Medien als Vierte Gewalt notwendig / DAV verleiht Pressepreis

(Mannheim) - Auf dem 58. Deutschen Anwaltstag in Mannheim hat der Deutsche Anwaltverein (DAV) seine alle zwei Jahre zu vergebenden Pressepreise verliehen. Prämiert wurden gelungene Veröffentlichungen, mit denen Vorschläge zur Verbesserung der Rechtsgewährung und zur Durchsetzung des Rechts zur Diskussion gestellt und kritisch überprüft werden, in denen Missstände in der Justiz aufgedeckt werden oder die Anregung und Denkanstöße zur rechtlichen Fragen vermittelt wurden.

Recht bewahrt und verteidigt die Freiheit unserer Bürgerinnen und Bürger, schützt den Kernbereich ihres privaten Lebensraums, der den Staat nichts angeht. Recht muss aber verteidigt werden. „Zu den Aufgaben der Anwaltschaft gehört es, Bürger- und Freiheitsrechte für ihre Mandanten wahrzunehmen und sich präventiv gegen deren Aushöhlung zu wenden. Hierbei brauchen wir wichtige Verbündete. Diese finden wir bei der Vierten Gewalt - bei den Medien,“ so Rechtsanwalt Felix Busse, Vorsitzender des DAV-Pressepreisausschusses, bei seiner Laudatio. Die wichtigste, durch die Pressefreiheit gesicherte Aufgabe der Medien sei es, durch umfassende objektive Informationen den Bürger zu unterrichten, ihn über positive und negative Entwicklungen aufzuklären. Dem Bürger das Für und Wider erst einmal verständlich zu machen, ihn in die Auseinandersetzung mitzunehmen, ihn zu ermuntern, auf möglichst sachkundiger Basis selbst Partei zu ergreifen.
„Diese Aufgabe besteht insbesondere im Bereich des Rechts, das dem Bürger häufig fremd ist,“ so Busse weiter.

Pressepreisträger des DAV für den Bereich Printmedien ist Dr. Christian Rath.

Ausgezeichnet wurden seine in der „taz“ in der Zeit vom 11. Dezember 2006 bis 8. Februar 2007 veröffentlichten acht Beiträge zu der vom BGH gegenwärtig mangels gesetzlicher Grundlage für unzulässig erklärten Onlinedurchsuchung von privaten Computern. Der Preisträger habe alle Facetten des Printjournalismus ausgespielt: 1. die Berichterstattung über die gerichtliche Entscheidung und ihr Echo in der Öffentlichkeit; 2. die wertende Betrachtung in Kommentaren und die Beleuchtung des Themas von außen durch zwei Interviews. Busse hierzu: „Das ergibt für den Leser ein Bild, das in besonders gelungener Weise zu eigener Einschätzung befähigt.“

Der Pressepreis des DAV im Bereich Fernsehen geht an Samuel Schirmbeck und Dr. Henning Burk.

Ausgezeichnet wurde das am 25. Juli 2005 in der ARD ausgestrahlte Feature „Der Tag, als ich zum Raser wurde. Die Geschichte eines Testfahrers“. Der Beitrag über den „Todesraser“ zeigt mit Eindringlichkeit das dünne Eis, auf dem richterliche Überzeugungen gebildet werden, die sich nur auf schwankende Zeugenaussagen und teils widersprechende Indizien gründen und die ins Auge springende Gefahr der Verurteilung eines Unschuldigen, welche die Zerstörung von dessen Leben ins sich birgt. Busse: „Das mahnt uns, den für rechtstaatliche Verfahren unverzichtbaren Grundsatz in dubio pro reo ernst zu nehmen.“

Der Presspreis des DAV für den Bereich Hörfunk geht an Dr. Gaby Mayr.

Ausgezeichnet wird sie für ihren am 12. Januar 2007 im Deutschlandfunk ausgestrahlten Beitrag „Männer töten. Frauen morden. Über den großen Unterschied vor Gericht.“ Die Abgrenzung von Mord und Totschlag und deren Ahndung beschäftigt die Strafrechtswissenschaft grenzüberschreitend schon lange. In der Sendung geht es um spezielle Situationen und deren strafrechtliche Beurteilung, wenn Menschen ihren Lebenspartner in Verzweiflung töten. „Die Sendung macht deutlich, dass es in unserem Recht in den geschilderten Situationen zu zum Teil schwer nachvollziehbaren Wertungswidersprüchen kommt. Sie unterstreicht auf einfühlsame Weise Handlungsbedarf“, so Busse in der Laudatio.

Dr. Christian Rath, Jahrgang 1965, ist nach Studium und Promotion in den Rechtswissenschaften als rechtspolitischer Korrespondent für die taz, die Badische Zeitung, den Kölner Stadtanzeiger, die Schwäbische Zeitung, die Hannoversche Allgemeine Zeitung, die Märkische Allgemeine Zeitung und die Mitteldeutsche Zeitung tätig.

Samuel Schirmbeck, Jahrgang 1941, ging nach dem Studium in Frankfurt als Redakteur zu AFP nach Paris, kam dann zum deutschen Fernsehen und gestaltete viele interessante Filme für das 3. Fernsehprogramm zu politischen und kulturellen Themen. Er war von 1991 bis 2001 ARD-Korrespondent in Algier (aus dieser Zeit stammt sein Buch über Algerien) und arbeitet heute für die aktuelle Berichterstattung und als Reporter für den Hessischen Rundfunk und die ARD.

Dr. Henning Burk, Jahrgang 1945, arbeitet nach dem Studium von Theaterwissenschaften, Philosophie und Psychoanalyse und Promotion über ein psychoanalytisches Thema seit 1974 als Autor und Regisseur für verschiedene deutsche Sender, seit Jahren vornehmlich für den Hessischen Rundfunk und für 3sat. Er hat eine Vielzahl von Features zu kulturellen und zeitgeschichtlichen Themen verfasst.

Gaby Mayr, Jahrgang 1954, hat Wirtschaftswissenschaften studiert und hierin promoviert. Seither ist sie als freie Journalistin für Hörfunk, Print und Fernsehen mit den Themenschwerpunkten Gewalt/Justiz und Afrika tätig. Sie wurde bereits mit dem deutsch-französischen Journalistenpreis und dem Juliane-Bartel-Medienpreis geehrt.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher AnwaltVerein e.V. (DAV) Swen Walentowski, Pressesprecher Littenstr. 11, 10179 Berlin Telefon: (030) 7261520, Telefax: (030) 726152190

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