Morde an Journalisten dürfen nicht ungeahndet bleiben
(Berlin) - Mit Bestürzung hat der Deutsche Journalisten- Verband auf die am heutigen Mittwoch von der UNESCO veröffentlichte Statistik der Morde an Journalistinnen und Journalisten reagiert.
Danach wurden in den vergangenen zehn Jahren 826 Journalisten getötet, davon allein 115 im Jahr 2015. "Das ist eine furchtbare Zahl, die jenseits der Trauer die Forderung nach Ahndung nach sich ziehen muss", sagt DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. Die internationale Staatengemeinschaft müsse zuerst alles in ihrer Kraft Stehende tun, um die Welle der Gewalt gegen Berichterstatter zu stoppen. Darüber hinaus müsse verstärkt dafür gesorgt werden, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen würden. Überall: "Es muss jedem potentiellen Gewalttäter klar sein, dass der Mord an einem Journalisten nicht wie ein Kavaliersdelikt behandelt wird."
Ein "schwaches Zeichen der Hoffnung" sieht Überall in diesem Zusammenhang in dem Prozess gegen die mutmaßlichen Mörder des deutschen Journalisten Egon Scotland, der vor mehr als 25 Jahren im Jugoslawienkrieg ermordet wurde: "Es ist schlimm, dass es ein Vierteljahrhundert bis zum Prozessbeginn dauerte", so der DJV- Vorsitzende. "Aber es ist ermutigend, dass es überhaupt zu einer Verhandlung kommt."
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Journalisten-Verband e.V. (DJV), Bundesgeschäftsstelle
Hendrik Zörner, Pressesprecher
Charlottenstr. 17, 10117 Berlin
Telefon: (030) 7262792-0, Fax: (030) 7262792-13
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