Personalnachwuchs im Gesundheitswesen fördern, Arbeitsbedingungen verbessern / Fachberufekonferenz diskutiert Herausforderungen der Zukunft
(Berlin) - "Eine Gesellschaft des langen Lebens braucht genügend Angehörige der Gesundheitsberufe, damit eine gute Patientenversorgung sichergestellt werden kann. Aber bereits heute bleiben in ländlichen Regionen Deutschlands Arztsitze unbesetzt, Krankenhausärzte fehlen, und in der pflegerischen Versorgung herrscht Personalknappheit bei gleichzeitig weiter steigender Arbeitsbelastung", warnte Dr. Cornelia Goesmann, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer, bei der 22. Sitzung der Konferenz der Fachberufe im Gesundheitswesen in Berlin. Wegen der Altersstruktur der Beschäftigten und des zu erwartenden Rückgangs von Fachkräften aufgrund der kommenden geburtenschwachen Jahrgänge wird sich diese Situation noch verschärfen. "Es ist dringend erforderlich, schnell Gegenmaßnahmen einzuleiten, damit uns das notwendige Personal nicht wegbricht", forderte Goesmann.
Dass aufgrund der demografischen Entwicklung akuter Handlungsbedarf besteht, bestätigten auf der Tagung Dr. Markus Heckmann vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg sowie Prof. Dr. Bärbel-Maria Kurth vom Robert-Koch-Institut in Berlin in zwei Fachvorträgen. Die Vertreter von 40 Berufsverbänden appellieren deshalb an die Politik, dringend die Arbeits- und Vergütungsbedingungen der Gesundheitsberufe sowie die Personalschlüssel zu verbessern, damit die Arbeitsplätze für Berufseinsteiger wieder attraktiver werden.
Die Gesundheitsberufe stellten aber auch klar, dass sie die Patientenversorgung durch die Entwicklung eigener Konzepte der interprofessionellen Kommunikation und der patientenorientierten Prozessorganisation optimieren wollen. Wichtige Vorarbeiten hierfür wurden in den vergangenen Monaten in verschiedenen berufsübergreifenden Arbeitsgruppen der Fachberufekonferenz geleistet. Dort wurden unter anderem Aufgaben, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten der Gesundheitsberufe unter den derzeitigen Rahmenbedingungen benannt. Dies soll dazu beitragen, die Schnittstellen- und Koordinationsprobleme in der Patientenversorgung im Sinne einer besseren Aufgabenverteilung im Konsens zu klären. Von besonderem Interesse waren dabei die Vorschläge für ein besseres Versorgungsmanagement im ambulanten und stationären Bereich sowie die Pläne für eine Internetplattform zur Berufsinformation von Berufsinteressenten sowie Auszubildenden und Schülern.
Begrüßt wurde auch die Initiative der Bundesärztekammer für eine interprofessionelle Fortbildungsreihe. Die neu konzipierte Reihe startet unter Beteiligung zahlreicher Berufsgruppen am 24. April 2010 in Berlin mit einer Veranstaltung zur Langzeitversorgung von Schlaganfallpatienten. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen der multiprofessionellen Kooperation und Koordination im Versorgungsprozess. In diesem Zusammenhang kündigte die Bundesärztekammer die Erarbeitung eines interprofessionellen Curriculums zum Case Management noch in diesem Jahr an. Hieran sollen die Fachberufe ebenfalls beteiligt werden.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesärztekammer (Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern) e.V.
Pressestelle
Herbert-Lewin-Platz 1, 10623 Berlin
Telefon: (030) 4004560, Telefax: (030) 400456-388
Weitere Pressemitteilungen dieses Verbands
- Stellungnahme der AkdÄ zu Eptinezumab (Migräneprophylaxe) (Vyepti®) - frühe Nutzenbewertung § 35a SGB V
- Mögliche Medikationsfehler bei der Einnahme von Paxlovid™
- Auch in Corona-Zeiten an die Ausbildung denken / Bundeszahnärztekammer und Verband medizinischer Fachberufe erinnern an die Bedeutung der Zahnmedizinischen Fachangestellten für die Praxis
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen

