Professionelle Löhne für professionelle Arbeit: Deutscher LandFrauenverband fordert hauswirtschaftliche Berufsgruppen nicht mehr nach tradierten Wertschätzungsmustern zu entlohnen
(Berlin) - "Inzwischen gibt es schlüssige Erklärungen, warum es in einzelnen Berufen und Branchen unterschiedliche Karriere- und Verdienstmöglichkeiten gibt, was aber nichts an den Fakten ändert. Nach wie vor liegt der Gender Pay Gap, der prozentuale Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Frauen und Männern, in Deutschland bei 23 Prozent - nicht gerade rühmlich für unser Land im europäischen Vergleich", stellt Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes e.V. anlässlich des Equal Pay Day am 26. März 2010 fest.
In diesem Jahr will das nationale Aktionsbündnis zum Equal Pay Day über die Verdienstchancen in einzelnen Berufen und Branchen aufklären. "Frauen im ländlichen Raum können hier eine Menge eigene Erfahrungen in die Debatte einbringen", erklärt Brigitte Scherb und verweist auf die Profession der Hauswirtschafterinnen. So sei es nicht einzusehen, dass die Kompetenzen von Frauen in der professionellen Hauswirtschaft wenig Wertschätzung erfahren und diese sich mit niedrigen Löhnen zufrieden geben müssen. "Hängt es damit zusammen, weil die professionelle Hauswirtschaft eine fast reine Frauendomäne ist oder steckt dahinter die allgemeine - meist männliche - Lesart, wonach Hauswirtschaft ähnlich wie private Hausarbeit als kostenlos und nebenher machbar gilt?", fragt die Präsidentin.
Der Deutsche LandFrauenverband ist sich sicher, dass auf Grund des demografischen Wandels künftig mehr personale Dienstleistungen von den hauswirtschaftlichen Berufen nachgefragt werden. Die Gesellschaft wird begreifen und lernen müssen, dass diese Dienstleistungen, bei denen es immer auch um die Versorgung und Betreuung von Menschen geht, ihren Preis haben. "Wir werden um eine Diskussion über den Wert von Arbeit nicht umhin kommen", schlussfolgert die Präsidentin. Sie sieht hier auch politischen Handlungsbedarf, denn für viele Dienstleistungen gerade im sozialen Bereich gibt der Staat über die Finanzen den Rahmen für die Vergütung vor.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher LandFrauenverband e.V. (dlv), Haus der Land- und Ernährungswirtschaft
Pressestelle
Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin
Telefon: (030) 284492910, Telefax: (030) 284492919
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