Pressemitteilung | Industrie- und Handelskammer für Oberfranken Bayreuth (IHK)
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Projekte in Oberfranken haben Priorität / Schienengüterkonferenz der IHKs der Metropolregion Nürnberg

(Bayreuth) - Im Rahmen einer gemeinsamen Schienengüterkonferenz forderten die fünf IHKs der Metropolregion Nürnberg einen zügigen Ausbau der Schieneninfrastruktur. Die Metropolregion Nürnberg ist vom offenen Meer zwar weit entfernt, die meisten exportorientierten Unternehmen im Süden Deutschlands sind aber auf eine gut funktionierende logistische Anbindung an die deutschen Seehäfen angewiesen. "Den Industrie- und Handelskammern der Metropolregion Nürnberg ist es ein wichtiges Anliegen, dass die Wirtschaft alle zur Verfügung stehenden Alternativen im Auge behält und bedarfsgerecht nutzt, um auch in Zukunft ihre Güter schnell, flexibel, preisgünstig und ökologisch transportieren zu können", betonte Markus Lötzsch, Hauptgeschäftsführer der IHK Nürnberg für Mittelfranken.

"95 Prozent des Warenverkehrs erfolgen übers Wasser. Und selbst beim Schiffbau kommen 40 Prozent der Zulieferungen aus Bayern und Baden-Württemberg", so Dagmar Wöhrl, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und offizielle "Koordinatorin der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft", bei der Schienengüterkonferenz. Wie gut es um die maritime Logistik in Deutschland bestellt ist, betonte Dr. Bernard Brons, Vizepräsident der IHK für Ostfriesland und Papenburg: Die deutsche Handelsflotte sei Nummer Drei auf den Weltmeeren, die Containerflotte deutscher Eigner sei weltweit führend. Allerdings werden die Hinterlandverkehre zu den Seehäfen verstärkt zum Engpass für die Logistik. Auf die Bahn als wichtiges Transportmittel kann die deutsche Volkswirtschaft dabei nicht verzichten.

IHKs fordern Ausbau der Schieneninfrastruktur

Rund 17 Prozent aller Güter werden inzwischen auf der Schiene transportiert. Vor diesem Hintergrund erinnerte Markus Lötzsch an die Schienenprojekte aus dem 12-Punkte-Programm Verkehr der Industrie- und Handelskammern in der Metropolregion. Oberste Priorität haben dabei Projekte in Oberfranken: Der Aus- und Neubau der ICE Hochgeschwindigkeitstrasse Nürnberg - Bamberg - Coburg - Erfurt als Teil des TEN 1 Palermo - Stockholm sowie die Verbesserung der Schienenverbindung Nürnberg - Marktredwitz - Prag/Dresden als Teil der "Franken-Sachsen-Magistrale" Nürnberg-Hof-Dresden.

Mehr Geld für die Projekte in Oberfranken nötig

Mit dem aktuellen Stand der Projekte zeigen sich die IHKs der Metropolregion allerdings nicht zufrieden. Bei der Verbesserung der Schienenverbindung in Richtung Tschechien stehe der Durchbruch noch aus, so Wolfram Brehm, Bereichsleiter Standortpolitik der IHK für Oberfranken Bayreuth. Während die Tschechen die Achse Prag - Pilsen - Cheb für den Schienenverkehr bereits ausbauen, herrsche auf deutscher Seite Stillstand. "Tschechien wird die Strecke Pilsen - Cheb bis 2016 ausbauen und erwartet, dass die deutsche Seite die Vereinbarung laut Staatsvertrag einhält", mahnt Brehm. Die zügige Realisierung der A6 auf tschechischer Seite habe gezeigt, wie schnell die Tschechen ihre Verkehrsverbindungen meistern könnten. "Hier können wir Deutschen noch Einiges von den Tschechen lernen. Man muss zumindest mit der konkreten Planung beginnen, um die Projekte bei künftigen Konjunkturprogrammen vorlegen zu können."

Nach Angaben von Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutsche Bahn AG für den Freistaat Bayern, wurden von 2003 bis 2007 rund 4,8 Milliarden Euro in die Schieneninfrastruktur in Bayern investiert. Das Konjunkturprogramm sehe die Finanzierung weiterer Infrastrukturmaßnahmen vor. Als regionale Maßnahmen nannte Josel unter anderem die Elektrifizierung der Strecke Regensburg - Hof, um einen neuen Nord-Süd-Güterverkehrskorridor zu entwickeln. Aus Sicht der IHKs darf dieses Projekt allerdings nicht zulasten der Elektrifizierung der "Franken-Sachsen-Magistrale" gehen, die seit Jahren im Bundesverkehrswegeplan enthalten ist. Erreichen will man laut Wolfram Brehm zunächst eine Elektrifizierung zwischen Reichenbach/Sachsen, Hof und Marktredwitz, die für beide Verbindungen Voraussetzung sei.

Quelle und Kontaktadresse:
Industrie- und Handelskammer für Oberfranken Bayreuth (IHK) Pressestelle Bahnhofstr. 23-27, 95444 Bayreuth Telefon: (0921) 886-0, Telefax: (0921) 886-9299

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