Rosenberger: "Leistungsfähigkeit des Gastgewerbes ist in Gefahr"
(Berlin) - Anlässlich der Eröffnung der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin erklärte die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss- Gaststätten (NGG), Michaela Rosenberger, dass sie die Leistungsfähigkeit des Gastgewerbes in Deutschland mit seiner rund einer Million Beschäftigten mittelfristig in Gefahr sehe: "Wir beobachten mit großer Sorge, dass sich immer weniger junge Menschen für einen Ausbildungsberuf im Gastgewerbe entscheiden und gleichzeitig viele ausgebildete Fachkräfte die Branche verlassen. In naher Zukunft wird sich diese Entwicklung sehr deutlich auf die Qualität niederschlagen."
In der Analyse der Ursachen für diese Entwicklung ist sich Rosenberger sicher: schlechte Bezahlung und schlechte Arbeitsbedingungen. "Die Probleme sind hausgemacht. Wer jahrelang die Augen davor verschließt, dass Köche und Restaurantfachleute in der Abbrecherstatistik aller Ausbildungsberufe unter den TOP 5 sind und weiterhin von vereinzelten schwarzen Schafen spricht, braucht sich nicht zu wundern, wenn mit den Füßen abgestimmt wird." Die Statistik zeige, dass 39 Prozent der Restaurantfachleute und 37,9 Prozent der Köche ihre Ausbildung vorzeitig abbrechen und 45 Prozent der Absolventen nach erfolgreicher Abschlussprüfung die Branche verlassen.
"Vor diesem Hintergrund wirken die Pläne der Schwarz-Gelben Koalition, das Jugendarbeitsschutzgesetz zu verschlechtern, wie ein Brandbeschleuniger. Nur durch eine breite Offensive zur Verbesserung der Ausbildungsqualität wird die Branche zukünftig interessant für junge Menschen werden."
Weiterhin forderte Rosenberger, dass die Beschäftigten der Hotellerie stärker von der Mehrwertsteuerreduzierung profitieren müssen. "In den anstehenden Tarifverhandlungen werden wir sehr genau darauf achten, dass die Steuerentlastung - wie vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) zugesagt - auch zur besseren Lohnentwicklung genutzt wird. Eine bessere Chance, die Einkommenssituation wesentlich zu verbessern, werden wir nicht mehr bekommen."
Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Hauptstadtbüro
Dr. Karin Vladimirov, Pressesprecherin
Luisenstr. 38, 10117 Berlin
Telefon: (030) 288849693, Telefax: (030) 288849699
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