Silvester-Vorfälle: Medien müssen informieren, nicht spekulieren
(Berlin) - Der Deutsche Journalisten-Verband hat die Medien gegen einseitige Vorwürfe der Parteilichkeit für Flüchtlinge und der Nachrichtenunterdrückung über gewalttätige Vorfälle in der Silvesternacht in Schutz genommen. "Journalisten müssen informieren, aber nicht spekulieren", stellte DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall klar. Nur spärlich seien Informationen über gewalttätige Ausschreitungen am Kölner Hauptbahnhof und auf der Hamburger Reeperbahn durchgesickert. Dass es sich bei den Tätern um Bewohner von Flüchtlingsheimen mit nordafrikanischer Herkunft handeln solle, sei bis jetzt nicht polizeilich bestätigt. "Eine nicht durch solide Recherchen gedeckte Verdachtsberichterstattung ist nicht nur unvereinbar mit den Prinzipien des professionellen Journalismus, sondern auch innenpolitisch brandgefährlich", sagte Überall.
Der DJV stehe hinter allen Medien, die den Pressekodex einhielten, bekräftigte Überall. In Richtlinie 12.1 des Pressekodex heißt es: "In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte."
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Journalisten-Verband e.V. (DJV), Bundesgeschäftsstelle
Hendrik Zörner, Pressesprecher
Charlottenstr. 17, 10117 Berlin
Telefon: (030) 7262792-0, Fax: (030) 7262792-13
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