Türkische Gymnasien: Nein! / Mehr Türkischunterricht und mehr deutsche Sprachförderung: Ja!
(Berlin) - Als völlig falschen und zudem integrationsfeindlichen Ansatz hat der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, die Forderung des türkischen Premierministers Erdogan nach der Gründung türkischer Gymnasien in Deutschland bezeichnet, in denen vorrangig auf Türkisch unterrichtet werden soll.
Meidinger, in dessen Verband ca. 90.000 Gymnasiallehrerkräfte organisiert sind, betonte: "Die Antwort auf die fehlenden Deutschkenntnisse vieler türkischer Kinder kann nicht die Etablierung eines schulischen Parallelsystems sein, sondern eine konsequente Integrationspolitik mit einer intensiven sprachlichen Frühförderung vor und in der Schule. Unser Ziel muss sein, dass Kinder mit Migrationshintergrund verstärkt in der deutschen Sprache gefördert werden und dass der Anteil türkischer Jugendlicher an Gymnasien steigt. Dies erreichen wir aber nicht, indem wir es türkischen Jugendlichen in eigenen Schulen ersparen, Deutsch zu lernen. Das Ergebnis wäre Separation und nicht Integration!"
Der Verbandschef trat aber nachdrücklich dafür ein, die Angebote für Türkischunterricht als zweite oder dritte Fremdsprache an den bestehenden Gymnasien deutlich auszubauen. "Natürlich ist es wichtig, dass türkische Jugendliche auch in ihrer Muttersprache Unterrichtsangebote wahrnehmen können, genauso wie es erstrebenswert ist, dass mehr deutsche Jugendliche Türkisch bereits an der Schule lernen können", sagte Meidinger.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Philologenverband e.V. im DBB
Eva Hertzfeldt, Pressesprecherin
Friedrichstr. 169-170, 10117 Berlin
Telefon: (030) 40816781, Telefax: (030) 40816788
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