VhU zu den Arbeitsmarktzahlen in Hessen im Juli 2014 / Fasbender: "Hessische Wirtschaft heißt Fachkräfte mit ausländischen Wurzeln willkommen" / 3.6000 ausländische Abschlüsse anerkannt
(Frankfurt am Main) - Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist vor den Sommerferien um 4.093 auf 186.247 gestiegen. Der Anstieg ist saisontypisch, jedoch geringer als erwartet. Der Arbeitsmarkt bleibt damit stabil. Die Zahl der sozialversicherten Arbeitnehmern und der Erwerbstätigen bleibt auf Rekordniveau.
"Die gute Beschäftigungslage am Arbeitsmarkt ist nicht in Stein gemeißelt, sondern lebt vielmehr von einer Reihe von Sonderfaktoren. Hierzu gehört, dass die geburtenstarken Jahrgänge der ab Mitte 1950er Jahre geborenen Hessen heute noch arbeiten, aber schon übermorgen in Rente gehen. Dies wird beschleunigt durch das Wahlgeschenk der Rente mit 63 für einige privilegierte Jahrgänge. Ein flächen- und branchendeckender Fachkräftemangel ist damit vorprogrammiert, wenn wir nicht mit aller Macht gegensteuern. Ein wichtiger Baustein hierfür ist die Anerkennung von ausländischen Bildungsabschlüssen. Nach dem Bundesgesetzgeber hat erfreulicherweise Hessen als eines der ersten Bundesländer Ende 2012 jedem Bürger einen Anspruch auf Prüfung eines ausländischen Bildungsabschlusses eingeräumt. Dies war ein lange überfälliges Willkommenssignal. Bereits gut 3.600 ausländische Abschlüsse hessischer Bürger sind inzwischen als gleichwertig anerkannt. Damit haben diese Fachkräfte die Chance auf eine qualifikationsgerechte Beschäftigung und es entstehen positive Beispiele, die anderen Bürgern mit ausländischen Wurzeln Orientierung geben können", sagte Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU).
Für die Entwicklung des Arbeitsmarkts in Hessen sei es von ganz besonderer Bedeutung, mehr der hier lebenden Menschen mit ausländischem Pass und mit sog. Migrationshintergrund in Arbeit zu bringen. Denn jeder vierte Hesse habe ausländische Wurzeln. Die Probleme eines Teils dieser Bevölkerungsgruppe seien unübersehbar: Niedrigere Schulabschlüsse und eine deutlich höhere Schulabbrecherquote, ein erheblich höherer Anteil ohne Ausbildung, eine deutlich niedrigere Beteiligung an beruflicher Weiterbildung und in der Konsequenz eine weit mehr als doppelt so hohe Arbeitslosenquote. "Angefangen mit einer frühkindlichen Sprachförderung müssen diese ernüchternden Bildungsergebnisse der hier Aufgewachsenen noch stark verbessert werden. Die hessische Wirtschaft braucht Fachkräfte auch mit ausländischen Wurzeln und heißt diese willkommen, egal ob sie schon hier leben oder noch zuziehen. Jeder, der sich anstrengt, hat bei uns gute Chancen auf einen Arbeitsplatz", sagte Fasbender.
Das Gesamtangebot an offenen Stellen in Hessen beläuft sich auf rund 90.000. Dies sind mehr als doppelt so viel, als die Unternehmer über die Arbeitsagenturen (dort gemeldet: 36.291 offene Stellen) suchen, weil die Unternehmen mit Internet, Zeitung oder persönlichen Netzwerk auch andere Wege für die Arbeitskräftesuche nutzen. Gesucht wird von der Hilfskraft bis zum Ingenieur oder Apotheker.
Quelle und Kontaktadresse:
Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU)
Pressestelle
Emil-von-Behring-Str. 4, 60439 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 95808-0, Fax: (069) 95808-126
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