Vor VDV-Jahrestagung: Branchenverband erreicht Mitgliederhöchststand
(Berlin) - Einen Monat vor der VDV-Jahrestagung vom 9. bis 11. Juni 2026 in Karlsruhe meldet der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) einen neuen Mitgliederhöchststand: Aktuell sind 685 Unternehmen im Branchenverband des öffentlichen Personen- und Eisenbahnverkehrs organisiert, davon 615 ordentliche und 70 außerordentliche Mitglieder. „Diese Zahlen sind ein starkes Signal in bewegten Zeiten“, so VDV-Präsident Ingo Wortmann. „Mitglieder, Branche und Branchenverband stehen bereit für die Transformation, die sich auf vielen Feldern abzeichnet. Das gilt in besonderer Weise mit Blick auf unsere Jahrestagung 2026, die unter dem Leitmotiv ‚Transformation beschleunigen – Innovationen gestalten‘ steht. Doch dafür braucht es geeignete Rahmenbedingungen und Planungssicherheit. Die Koalition in Berlin hat Signale des Aufbruchs gesetzt, doch die Verantwortlichen müssen diese auch mit Entscheidungen bestätigen. Um es deutlich in Richtung Finanz- und Verkehrsministerium zu sagen: Wir erwarten, dass die Bundesregierung handelt. Unsere Mitglieder zeigen: Die Branche steht, bei allen Herausforderungen, geschlossen hinter dem Ziel, Mobilität in Deutschland und damit den Wirtschaftsstandort klimafreundlicher, verlässlicher und leistungsfähiger zu machen.“
Der VDV vertritt mit seinen 685 Mitgliedsunternehmen das gesamte Spektrum des öffentlichen Verkehrs und der Eisenbahn in Deutschland – vom städtischen Busbetrieb über Regionalbahnen und Straßenbahnen bis hin zu Schienengüterverkehrs- und Infrastrukturunternehmen. „Wachstum in der Mitgliedschaft ist alles andere als selbstverständlich, wenn gleichzeitig Kosten steigen, Personal fehlt und die politische Rahmensetzung im Umbruch ist“, betont Wortmann. „Gerade jetzt braucht es einen starken Branchenverband, der die Interessen seiner Mitglieder bündelt, Prioritäten klar anspricht und mit einer Stimme gegenüber der Politik auftritt“, so Wortmann.
Politische Kernforderungen: Jetzt handeln
Mit Blick auf die aktuelle Lage in Bus und Bahn fordert der VDV von Bund und Ländern zügige Entscheidungen bei den zentralen Kosten- und Strukturfragen. VDV-Präsident Ingo Wortmann: „Die stark gestiegenen Dieselpreise treffen die Verkehrsunternehmen in Deutschland in einer ohnehin wirtschaftlich angespannten Lage. Die Branche kann die zusätzlichen Belastungen nicht mehr lange aus eigener Kraft auffangen. Wir sprechen inzwischen bei den Unternehmen über monatliche Mehrkosten in sechsstelliger Höhe. Angebote werden zurückgefahren, Investitionen geschoben. Bund und Länder sind jetzt gefordert, schnell tragfähige Lösungen für die massiven Kostensteigerungen zu finden. Die Verkehrsunternehmen sichern täglich Mobilität für Millionen Menschen. Sie dürfen mit diesen Mehrkosten nicht allein gelassen werden. Nur mit politischer Unterstützung können Angebot und Ticketpreise im ÖPNV stabil bleiben.“
Zugleich brauche es beim ÖPNV-Modernisierungspakt und bei der Reform des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes endlich Planungssicherheit für die Unternehmen.
VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff sieht akuten Handlungsbedarf auch bei der Eisenbahn: „Der politische Stillstand beim Trassenpreissystem muss beendet werden. Der Bund muss jetzt unter Berücksichtigung der Fachexpertise der Branche handeln, Reformen umsetzen, die Finanzierung sichern und Planungssicherheit schaffen.“ Für den SPNV drohten sonst erhebliche Mehrkosten und Angebotskürzungen, für den Schienengüterverkehr weitere Wettbewerbsnachteile gegenüber der Straße.
Stillstand beim D-Ticket und Modernisierungspakt
Kritisch bewertet der VDV auch den Umgang des Bundes mit dem Deutschland-Ticket. Beispielhaft sei die Veröffentlichung der Evaluation auf Basis von Daten bis Ende September 2025 genannt, die Fragen nach Zeitpunkt und Aussagekraft aufwerfe. Aus Sicht des Verbands sei das eigentliche Problem nicht ein Mangel an Marketingideen, sondern der wirtschaftliche Druck auf die Verkehrsunternehmen, der Angebotsverbesserungen erschwert. Auch deshalb müsse die Modernisierung des ÖPNV jetzt politisch konsequent vorangebracht werden. Mit deutlicher Kritik reagiert der VDV auf zwischenzeitliche Überlegungen aus der Bundesjustizministerin, den Straftatbestand des Schwarzfahrens abzuschaffen. Aus Sicht des Branchenverbands entspricht dieser Vorstoß weder der Mehrheitsmeinung in der Branche noch dem Sicherheitsbedürfnis vieler Fahrgäste und Beschäftigter. „Schwarzfahren ist kein Kavaliersdelikt – es verursacht jedes Jahr Schäden in Milliardenhöhe. Diese Verluste treffen nicht nur die Verkehrsunternehmen, sondern am Ende auch die ehrlichen Fahrgäste, die ihr Ticket bezahlen. Zudem geraten unsere Mitarbeitenden, die kontrollieren und für Ordnung sorgen, immer wieder in gefährliche Situationen. Deshalb bleibt die bisherige strafrechtliche Regelung richtig“, so Wolff.
Eisenbahn-Infrastruktur: stärkere Stimme im Verband
Mit dem Allgemeinen Ausschuss Eisenbahninfrastruktur (AAEI) hat der VDV Anfang 2026 ein neues Gremium gegründet, um die Perspektive der Infrastrukturunternehmen sichtbarer zu machen und zentrale Fragen von Finanzierung bis Modernisierung zu bündeln. Im VDV geht es dabei um die Perspektive von rund 150 Infrastrukturbetreibern. Wortmann: „Viele Qualitätsprobleme im Eisenbahnsystem haben ihre Ursache heute nicht im Betrieb, sondern in Zustand, Organisation und Finanzierung der Infrastruktur. Es geht um Finanzierung, Regulatorik, Ausbau und Modernisierung für bundeseigene wie nichtbundeseigene Infrastruktur.“ Zu den ersten Arbeitsschwerpunkten zählen Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung, die Weiterentwicklung des Trassenpreissystems sowie die Korridorsanierungen.
Struktur und Organisation: Verband wächst weiter
Die 685 Mitglieder des VDV sind in fünf sogenannten Sparten organisiert: Bus, Tram, Personenverkehr mit Eisenbahn, Schienengüterverkehr sowie Aufgabenträger und Verbünde. Darüber hinaus hat der Verband neun Landesgruppen, in denen die Interessen der Mitglieder in den Bundesländern wahrgenommen werden. Für seine Arbeit in Berlin und Brüssel unterhält der VDV ein Hauptstadtbüro und ein Europabüro. Im laufenden Jahr sind bislang folgende Unternehmen dem VDV beigetreten:
Cargo Rail Solutions GmbH, Delitzsch
Witt Solutions GmbH, Wustermark
SWEG Schienenwege GmbH, Lahr
KombiRail Europe B.V., Duisburg
Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen GmbH, Göttingen
Wiegand-Logistik GmbH, Steinbach am Wald
Starkenberger Logistik GmbH, Starkenberg
SBH West GmbH, Paderborn
1435 railway operations GmbH & Co. KG in Erfurt
Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV) - Hauptstadtbüro Berlin, Lars Wagner, Pressesprecher(in), Leipziger Platz 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 399932-0
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen

