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Pressemitteilung

"Europäische Forscherrechte endlich auch in Deutschland anerkennen" / Bildungsgewerkschaft zum zehnten Jahrestag der Europäischen Forschercharta

(Frankfurt am Main/Brüssel) - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland aufgefordert, Forscherinnen und Forschern endlich die Rechte zu gewährleisten, die seit 2005 europäischer Standard sind. Bereits vor zehn Jahren habe die Europäische Kommission Hochschulen und Forschungseinrichtungen in ganz Europa empfohlen, die "Europäische Forschercharta" sowie den "Kodex für die Einstellung von Forschern" zu unterzeichnen. "Deutschlands Wissenschaftsreinrichtungen tun sich immer noch schwer mit der Forschercharta: Erst drei Universitäten, vier Fachhochschulen und vier Forschungseinrichtungen sowie vier Wissenschaftsorganisationen haben Charta und Kodex unterzeichnet, darunter die Hochschulrektorenkonferenz mit einer umfangreichen Liste an Vorbehalten - ein Armutszeugnis", sagte der stellvertretende GEW-Vorsitzende und Wissenschaftsexperte, Andreas Keller, aus Anlass des zehnten Jahrestages der Europäischen Forschercharta, der heute in Brüssel während eines Festaktes der Europäischen Union gefeiert wird.

"Immer mehr Zeitverträge mit immer kürzeren Laufzeiten, lange und steinige Karrierewege - fast nirgendwo in Europa sind die Probleme so stark ausgeprägt wie im deutschen Wissenschaftssystem. Zum Programm der Europäischen Forschercharta gehören dagegen diese Ziele: Stabilität der Beschäftigungsbedingungen, Laufbahnentwicklung, Anerkennung von Mobilitätserfahrung, Schutz des geistigen Eigentums, Partizipation in Entscheidungsgremien, Gleichstellung von Forscherinnen sowie Familienfreundlichkeit. Alle Hochschulen und Forschungseinrichtungen sollten sich die Charta endlich zu eigen machen. Das ist nicht nur im Interesse der Forscherinnen und Forscher, sondern auch der Kontinuität und damit der Qualität der Forschung sowie der Attraktivität des Arbeitsplatzes Hochschule und Forschung", mahnte Keller.

Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Ulf Roedde, Pressesprecher
Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 78973-0, Fax: (069) 78973-201
E-Mail: ulf.roedde@gew.de
Internet: www.gew.de
(dvf, mk)