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Pressemitteilung

Hessische Brauereien fordern Prävention statt Verbote / Große Besorgnis über Tendenz der alkoholpolitischen Diskussion / Geplante Restriktionen schaden der gesamten Region

(Wiesbaden) - In Berlin wird aktuell und verschärft über härteste Reglementierungen debattiert, die auch für die hessischen Brauereien und ihre Heimatregion erhebliche Veränderungen bedeuten könnten. Als wichtige Arbeitgeber zeigen sich die hessischen Brauereien besorgt.

„Bei Veranstaltern und Vereinen geht die Angst um, seit die Politik Werbe- und Sponsoringverbote für Brauereien erwägt“, sind sich die hessischen Brauer einig. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), will noch in diesem Jahr entscheiden, wie diese Einschränkungen aussehen sollen. Wie der Brauerbund Hessen / Rheinland-Pfalz mitteilt, haben sich ihm gegenüber im Rahmen einer Umfrageaktion bereits weit über 100 hessische Vereine gegen ein Werbe- und Sponsoringverbot für Brauereien ausgesprochen.

Die geplanten Einschränkungen würden vieles in Frage stellen, was Vereine und Veranstalter mit Unterstützung engagierter Unternehmen leisten. Erst im Juli hatte die Gesundheitsministerkonferenz der Länder (GMK) einen „Verzicht“ auf Imagewerbung bei alkoholhaltigen Getränken gefordert, die über reine Produktinformationen hinausgeht.

Hessische Brauereien erteilen Alkoholmissbrauch klare Absage

Nach den Empfehlungen des Drogen- und Suchtrates stehen zudem Sondersteuern für alkoholhaltige Getränke, gesetzlich verordnete Preiserhöhungen, Warnhinweise auf Etiketten und massive Verkaufsbeschränkungen zur Diskussion.

Die Brauereien lehnen Alkoholmissbrauch entschieden ab. Bier ist in Deutschland als Lebens- und Genussmittel geschätzt und wird maß- und verantwortungsvoll konsumiert. Bier als Droge zu bezeichnen ist eine maßlose Übertreibung.

Jugendschutz hat oberste Priorität

Zudem werben die hessischen Brauereien bei ihren Kunden in Gastronomie und Handel für die verantwortungsvolle Abgabe ihrer Biere und distanzieren sich gleichzeitig von so genannten „Flatrate-Partys“ und dem „Koma-Trinken“. Alle sind sich einig: „Wer glaubt, seine Geschäfte außerhalb der gesetzlichen Bestimmungen zum Jugendschutz machen zu können, denkt kurzfristig, handelt illegal, riskiert seine berufliche Existenz und schädigt dem Image der gesamten Brauwirtschaft.“ so Axel Jürging, der Geschäftsführer des Brauerbundes Hessen / Rheinland-Pfalz. Doch durch immer weitere Abgabebeschränkungen wird sich gerade der kritische Alkoholkonsum Jugendlicher nicht verringern, sondern lediglich in den privaten Bereich verlagern.

Verhaltensänderungen nicht per Gesetz möglich

Dass es in Deutschland auch Alkoholmissbrauch gibt, ist nicht zu beschönigen. Die Gründe dafür - Arbeitslosigkeit, Zukunftsangst, private Nöte - sind vielfältig. Statt diese gesamtgesellschaftlichen Probleme anzugehen, wird ein Sündenbock gesucht und Bier zu Unrecht diskriminiert. Nachhaltige Verhaltensänderungen lassen sich aber aus Sicht der Brauereien nicht gesetzlich verordnen. Die bereits vorhandenen gesetzlichen Regelungen wie das Jugendschutzgesetz sind in jeder Hinsicht ausreichend, wenn sie nur konsequent umgesetzt würden. „Wir haben in Deutschland allenfalls ein Vollzugsdefizit, aber keineswegs ein Defizit an Schutzgesetzen“, meint Jürging weiter.

Sollten die Empfehlungen des Drogen- und Suchtrates jedoch Gesetz werden, würde das nicht nur für die Brauereien in ganz Deutschland schwerwiegende Konsequenzen haben. Auch für Hessen, als Heimat vieler Traditionsbrauereien, wären die Folgen drastisch und in vielen Bereichen spürbar.

Zahlreiche Arbeits- und Ausbildungsplätze in Gefahr

In Deutschland sind nicht nur zehntausende Arbeits- und Ausbildungsplätze bei den Brauereien, im Handel oder in der Gastronomie bedroht, sondern auch neue Steuern und gesetzlich verordnete Preiserhöhungen würden die Verbraucher weiter belasten.

Einer der größten Förderer regionaler Vereine und Veranstalter

Von Werbe- und Sponsoringverboten betroffen wären zahlreiche Veranstalter, die ihr Angebot ohne die Unterstützung der Brauereien stark einschränken müssten. Die Brauereien sind in der Region einer der größten Förderer regionaler Events und im Sport. Allein im Sponsoringbereich investieren die hessischen Brauer jedes Jahr eine siebenstellige Summe. Ob dieses Engagement künftig noch möglich sein wird, ist nach Einschätzung des hessischen Brauerbundes derzeit völlig offen. Das hätte für viele, gerade kleinere Vereine in Hessen erhebliche Folgen. „Ohne die finanzielle Unterstützung durch die Brauereien können viele kleinere Sportvereine wie wir ihr Angebot an die Mitglieder auf keinen Fall aufrecht erhalten“, so Günter Klingelhöfer, der Vorsitzende des KSV Pfungstadt. „Durch die Unterstützung ermöglichen wir gerade Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine sinnvolle und aktive Freizeitgestaltung und tragen als Verein zu einer Erziehung der Jugendlichen zu verantwortungsvollen und pflichtbewussten jungen Menschen bei. Dies ist doch die Grundvoraussetzung für ein suchtfreies Leben“, so Klingelhöfer weiter. Sowie der KSV Pfungstadt sehen dies auch weit über 100 andere hessische Vereine, die sich an einer Umfrageaktion des Brauerbundes Hessen / Rheinland-Pfalz beteiligt haben und bei denen das Thema Werbe- und Sponsoringverbote auf Unverständnis stößt.

Brauereien fordern Ursachenbekämpfung statt Bestrafung

Nur ein breites Bewusstsein in unserer Gesellschaft für einen verantwortungsvollen Umgang mit alkoholhaltigen Getränken und die Förderung der Eigenverantwortung können Missbrauch dauerhaft verhindern, betont der hessische Brauerbund. Die Brauereien möchten, dass ihre Biere ausschließlich innerhalb der gesetzlich festgelegten Grenzen und mit Genuss und Vernunft genossen werden. Daher fordern die hessischen Brauereien langfristig angelegte Präventionsmaßnahmen, die an den tatsächlichen Ursachen des Missbrauchs ansetzen, ohne die Mehrheit der Biergenießer zu „bestrafen“. Dieser Generallinie schließt sich auch der Landessportbund Hessen an, der seine Anstrengungen zurzeit im Hinblick auf Aufklärung und Suchtberatung vor allem in der Ausbildung von Übungsleitern der Vereine verstärkt. Durch ihre Kampagnen wie z. B. „Bier bewusst genießen“, „Bier? Sorry. Erst ab 16“ und „Dont`t drink and drive“ tragen die Brauer bereits heute zur Alkoholmissbrauchsprävention bei.

Weitere Informationen im Internet auch unter: www.bier-bewusst-geniessen.de.

Quelle und Kontaktadresse:
Brauerbund Hessen / Rheinland Pfalz e.V.
Pressestelle
Sonnenberger Str. 46, 65193 Wiesbaden
Telefon: (0611) 5317750, Telefax: (0611) 73177520
E-Mail: Mail@brauer-hmr.de
Internet: www.brauer-hmr.de
(dvf, el)