Adenauer und Hüther fordern Entlastung der Arbeitnehmer / Familienunternehmer und Arbeitnehmer ziehen den Karren
(Berlin) - "Laut unserer aktuellen monatlichen Umfrage fürchten 64 Prozent unserer Mitglieder Steuererhöhungen nach den Wahlen. In so einem Klima wird nicht in die Zukunft investiert", so Dr. Patrick Adenauer, Präsident von "Die Familienunternehmer - ASU" auf der gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) organisierten Veranstaltung "Familienunternehmer fragen - Politiker antworten" in Berlin. Es gelte, die größten Investitionshemmnisse so schnell wie möglich abzubauen. "51 Prozent unserer Unternehmer sehen in der Höhe der Steuer- und Abgabenlast das größte Investitionshemmnis. Gleich darauf folgt die Unberechenbarkeit von Finanz- und Wirtschaftspolitik (44,7 Prozent). Hier muss die nächste Regierung ansetzen, wenn sie Wachstum schaffen will", so Adenauer weiter.
Adenauer betonte, dass 95 Prozent aller Unternehmen in Deutschland Familienunternehmen sind. "Wir Familienunternehmer und die Arbeitnehmer in diesem Land finanzieren unsere gesamte Gesellschaft mit unseren Steuern und Sozialabgaben. Wir gemeinsam ziehen den Karren", so der Präsident von "Die Familienunternehmer - ASU" weiter. "Bestimmt nicht ohne Grund ergibt eine aktuelle, repräsentative Emnid-Umfrage, dass 87 Prozent aller Deutschen lieber in einem Familienunternehmen arbeiten als in einem managergeführten Konzern. Die Sorgen in unseren Belegschaften sind angesichts der Wirtschaftskrise verständlicherweise sehr groß. Dagegen spielt in diesem Wahlkampf das Risiko der Arbeitslosigkeit noch keine große Rolle - und Strategien gegen Arbeitslosigkeit schon gar nicht", so Adenauer.
Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, Prof. Dr. Michael Hüther, erklärte, die Finanzkrise, nun zu einer weltweiten Konjunkturkrise erweitert, stelle für Deutschland zwar eine schmerzhafte Wachstumspause dar, aber keine Krise des "Geschäftsmodells Deutschland" mit seiner starken Industrie und seiner Exportorientierung. "Nachfrageseitig muss der Staat eingreifen und die Bürger entlasten; vorrangig ist dabei der Abbau des sogenannten Mittelstandsbauches im Einkommensteuertarif und der kalten Progression", so Hüther.
Hüther führte weiter aus: "Nur durch weitere hohe Investitionen in Know How und zukunftsträchtige Technologien kann es Deutschland gelingen, weiterhin seine Position zu behalten, die in vielen Branchen heißt: Technikführer mit für den Kunden maßgeschneiderten Produkten." Zur Stärkung der Wachstumskräfte sei für den Weg aus der Krise eine angebotsorientierte Wirtschaftspolitik notwendig. Zentrales Element dieser Wirtschaftspolitik müsse eine langfristig angelegte Konsolidierung der öffentlichen Haushalte im Sinne einer Agenda 2020 sein. Notwendig sei zudem eine wirksame Finanzmarktregulierung.
Adenauer mahnte, dass es mit nur 1,5 Prozent Wachstum jährlich bis 2014 dauere, damit Deutschland den Wohlstand von 2008 wieder erreiche. "Das sind 5 Jahre mit fortdauerndem Wohlstandsverlust. 1,5 Prozent Wachstum reichen aber noch nicht, um auch die Arbeitslosigkeit zu verringern. Und die liegt nächstes Jahr eher bei 5 Millionen als bei 4 Millionen", so Adenauer. Die Frage sei also, was die neue Bundesregierung nach der Wahl den Arbeitnehmern in unserem Land an Zukunftsperspektiven biete.
Quelle und Kontaktadresse:
Die Familienunternehmer - ASU e.V. (ASU), Bundesgeschäftsstelle
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