DFV-Präsidentin Nicolaisen warnt vor Kürzungsplänen bei Mütterrente
(Berlin) - Die Präsidentin des Deutschen Familienverbandes (DFV), Petra Nicolaisen (MdB a.D.), bezeichnet Forderungen nach Kürzung der Mütterrente um 50 % als schweren Schlag gegen Familien und warnt vor einer familien- und wirtschaftspolitischen Sackgasse.
„Es ist eine unerträgliche Realität, dass Kinderreichtum noch immer zu oft in die Rentenarmut führt, insbesondere bei Müttern“, sagt Nicolaisen. „Wenn eine von Arbeitgebern finanzierte Initiative vorschlägt, die ohnehin unzureichende Mütterrente im Zuge von Haushaltskonsolidierungen zusammenzustreichen, dann verkennt sie die Lebensrealität und Lebensleistung von Millionen Frauen, die durch die Erziehung der nächsten Generation das Fundament unserer Gesellschaft sichern.“
Der DFV warnt eindringlich vor den langfristigen Folgen einer solchen Politik. Sollten Renten- und Familienleistungen beschnitten werden, wird dies verheerende Auswirkungen auf die ohnehin niedrige Geburtenrate im Land haben.
„Die Wirtschaft steuert mit Kürzungsphantasien im Familienbereich sehenden Auges auf eine fundamentale Krise zu“, warnt die DFV-Präsidentin. „Weniger Kinder bedeuten unweigerlich weniger Fachkräfte in der Zukunft. Es ist eine gefährliche Illusion zu glauben, dass Einwanderung allein das gegenwärtige und zukünftige Fachkräfte- und Demographieproblem lösen wird. Kein Land kann seine Zukunftsfähigkeit dauerhaft importieren.“
Nach Auffassung des DFV kann das akute Demographieproblem Deutschlands nur durch eine konsequent auf Familien ausgerichtete Familien- und Arbeitsmarktpolitik gelöst werden. Statt Kürzungsdebatten zu führen, müssten Kindererziehungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung deutlich ausgeweitet werden. Mütter und Väter müssen im Alter vollumfänglich und gerecht für ihre Erziehungsleistung abgesichert sein.
„Was wir jetzt brauchen, sind Mut und der politische Verstand, gezielt Geld in die Hand zu nehmen, anstatt an der Zukunft unserer Kinder zu sparen“, so Nicolaisen.
Der DFV fordert daher den Übergang von der bloßen Mütterrente hin zu einem ganzheitlichen Konzept: der Elternrente.
Diese soll den tatsächlichen Aufwand der Kindererziehung angemessen widerspiegeln und so gestaltet sein, dass Eltern, die drei Kinder jeweils mindestens 18 Jahre lang erziehen, eine volle Rente entsprechend einer durchschnittlich entlohnten sozialversicherungspflichtigen Vollzeitstelle erhalten.
In diesem Kontext schlägt der DFV folgende Maßnahmen vor:
• Eigenständige Rentenansprüche: Kindererziehungszeiten werden nicht mehr nur als Zuschlag gewertet, sondern bilden eine eigene Renteneinheit.
• Orientierung an der Unterhaltspflicht: Die Berechnung basiert auf der tatsächlichen Dauer der Unterhaltspflicht – in der Regel bis zum 18. Lebensjahr des Kindes oder darüber hinaus.
• Schutz vor demografischen Kürzungen: Die Elternrente soll von den demografisch bedingten Kürzungen im Rentensystem ausgenommen werden, um eine stabile und verlässliche Altersvorsorge zu gewährleisten.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Familienverband e.V. (DFV), Seelingstr. 58, 14059 Berlin, Telefon: 030 30882960
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