Druck auf die Stabilität mittelständischer Unternehmen
(Berlin) - Creditreform sieht in ihrem aktuellen Insolvenzbarometer Druck auf die Stabilität mittelständischer Unternehmen. Anlässlich des 7. Deutschen Insolvenzrechtstages in Berlin wird Michael Bretz das Ergebnis der vierteljährlichen Befragung von 4.000 mittelständischen Unternehmen und der Auswertung der Creditreform-Wirtschaftsdatenbank präsentieren. Danach wird zwar die Geschäftslage gegenüber dem Vorjahr signifikant besser eingeschätzt. Eine nachhaltige Erholung zeichnet sich aber noch nicht ab.
Durch verschlechtertes Zahlungsverhalten und Forderungsausfälle wird nach Einschätzung der Insolvenzrechtler des Deutschen Anwaltvereins (DAV) die Zahl der diesjährigen Unternehmensinsolvenzen möglicherweise den bisherigen Rekordwert aus 2003/2004 von 40.000 übersteigen.
Nach Untersuchungen der Creditreform wird die zurückgehende Liquiditäts- und Eigenkapitalausstattung die für Auftragsfinanzierungen erforderliche Kreditnachfrage steigen lassen. Dabei werden zusätzliche Sicherheiten verlangt, Kreditkonditionen werden anziehen, die Bonität des einzelnen Unternehmens wird stärker im Mittelpunkt stehen. Für knapp 17 Prozent der befragten Unternehmen wurde die Kreditwürdigkeit abgelehnt, in 22 Prozent gab es den Kredit nicht in der erforderlichen Höhe.
"Das Jahr 2010 wird damit für den Mittelstand schwieriger als 2009", befürchtet Rechtsanwalt Horst Piepenburg, Vorsitzender der DAV-Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung. "Es gilt, schnell eine Entlastung für die Mittelständler zu schaffen. Sonst wird der Kapitalrückgang in den Unternehmen zu einem Kapitalproblem für uns Insolvenzverwalter werden", so Piepenburg.
Die Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung des DAV hat erstmals Verbände wie BDI, BDA, DIHK und die Gewerkschaften zu einem Kompetenzgipfel nach Berlin eingeladen. Die dort gewonnenen Erkenntnisse und erhobenen Forderungen werden der Bundesregierung vorgestellt werden.
Der Deutsche Insolvenzrechtstag ist eine Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft für Insolvenzrecht und Sanierung im Deutschen Anwaltverein. 800 Teilnehmer diskutieren derzeit in Berlin Probleme und Lösungen zur Unternehmenserhaltung und Restrukturierung. Die Arbeitsgemeinschaft hat knapp 1.200 Mitglieder.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher AnwaltVerein e.V. (DAV)
Swen Walentowski, Pressesprecher
Littenstr. 11, 10179 Berlin
Telefon: (030) 7261520, Telefax: (030) 726152190
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