Fachkräftesicherung bleibt Top-Thema
(Bayreuth) - Die derzeitige Wirtschaftskrise trifft den bayerischen Ausbildungsmarkt noch nicht so hart wie befürchtet. Drei Viertel der Unternehmen wollen ihre Ausbildungskapazitäten mindestens konstant halten. Dies ergab eine aktuelle Ausbildungsumfrage der bayerischen Industrie- und Handelskammern. Auch die aktuelle Entwicklung auf dem Lehrstellenmarkt in Oberfranken ist derzeit positiv. Aktuell verzeichnet die IHK für Oberfranken Bayreuth ein Plus von 5,9 Prozent bei den neu eingetragenen Ausbildungsverhältnissen.
In den vergangenen Jahren hat die oberfränkische Wirtschaft ihre Ausbildungsbemühungen überdurchschnittlich verstärkt. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse ist in der Region seit 2003 kontinuierlich gestiegen. Von 2006 bis 2008 wurde sie sogar um ein Viertel erhöht. "Das Ausgangsniveau ist in Oberfranken sehr hoch. Die Unternehmen der Region haben erkannt, dass sie nur mit Ausbildung ihren langfristigen Personalbedarf sichern können und scheinen in ihren Qualifizierungsbemühungen auch jetzt in der Krise nicht nachzulassen. Denn der sich abzeichnende Trend bei den Ausbildungsverhältnissen 2009 ist derzeit positiv", so Bernd Rehorz, Leiter des Bereichs Berufsbildung bei der IHK für Oberfranken Bayreuth.
Selbst wenn die Zahl der angebotenen Lehrstellen im Laufe des Jahres abnehmen sollte, könnte dies durch die demografische Entwicklung aufgefangen werden, so Rehorz. Denn "auch die Zahl der Schulabgänger und somit die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen wird - rein demografisch bedingt - sinken."
Hier liegt nach Ansicht des IHK-Experten die eigentliche Herausforderung für die Wirtschaft. Im Jahr 2020 werden den Ausbildungsbetrieben in Deutschland im Vergleich zu 2007 rund 30 Prozent Bewerber fehlen. Diese Entwicklung stellt die Wirtschaft insbesondere in Oberfranken vor besondere Herausforderungen. "Oberfranken ist von der demografischen Entwicklung in besonderem Maße betroffen. Um ihre Fachkräfte von morgen zu sichern, müssen die Unternehmen qualifizieren. Die Fachkräftesicherung bleibt auch in der Krise das Top-Thema, wie auch folgendes Beispiel aus der Region zeigt." Der hohe Bedarf an Facharbeitern sowie die zu erwartenden demografischen Veränderungen haben auch den Pumpen- und Armaturenhersteller KSB in Pegnitz veranlasst, die Anzahl an Ausbildungsplätzen zu vergrößern. 2008 haben 35 Jugendliche am oberfränkischen KSB-Standort eine Ausbildung begonnen, in diesem Jahr werden es 45 sein. Davon sind allein 35 Plätze für den gewerblichen Bereich bestimmt.
Quelle und Kontaktadresse:
Industrie- und Handelskammer für Oberfranken Bayreuth (IHK)
Pressestelle
Bahnhofstr. 23-27, 95444 Bayreuth
Telefon: (0921) 886-0, Telefax: (0921) 886-9299
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