Pressemitteilung | Industrie- und Handelskammer für Oberfranken Bayreuth (IHK)
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Oberfranken bleibt Exportmotor / IHK für Oberfranken Bayreuth fordert bessere Bedingungen für Außenwirtschaft

(Bayreuth) - Die exportorientierten Unternehmen sind ein Rückgrat für Oberfrankens Wirtschaft. Trotz Krisen und schwankender Nachfrage beweisen sie Stabilität und Innovationskraft. Fast jeder sechste Arbeitsplatz in Oberfranken hängt direkt oder indirekt am Export, in der Industrie sogar jeder zweite, so die IHK für Oberfranken Bayreuth.

Eine aktuelle Studie des Prognos-Instituts im Auftrag des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) zeigt: Trotz der hohen Exportquote ist Bayern und damit auch Oberfranken - seit 2019 Nettoimporteur. Auch der Anteil der Exporte am Bruttoinlandsprodukt sinkt seit Jahren. Lag der Anteil 2024 noch bei 32 Prozent, ist er mittlerweile auf 28,4 Prozent gesunken.

Vorleistungen: Das unsichtbare Rückgrat des Exporterfolgs
In jedem Exportprodukt sind zahlreiche Vorleistungen aus anderen Industriezweigen oder aus dem Dienstleistungssektor enthalten. Etwa wenn einer der über 200 oberfränkischen Automobilzulieferer Teile an einen Hersteller liefert, der Pkw in Deutschland produziert und das Endprodukt dann exportiert. Oder Dienstleistungen wie Softwarelösungen oder Ingenieurleistungen.

Diese Vorleistungen werden über die gängigen Statistiken nicht abgedeckt, das Gutachten berechnet deshalb eine Exportrelevanz. Diese misst den Anteil der gesamten direkt und indirekt exportierten Wertschöpfung an der regionalen Bruttowertschöpfung. Aus ökonomischer Perspektive verweist die Höhe der Exportrelevanz zudem auf den Grad der Einbettung einer Volkswirtschaft in globale Wertschöpfungsketten.

94.280 Beschäftigte in der oberfränkischen Exportwirtschaft
Von den 593.472 oberfränkischen Erwerbstätigen 2024 sind 94.280 exportabhängige Erwerbstätige, also Personen, deren Arbeitsplatz direkt oder indirekt am Export hängt.

Aber auch ein nicht zu unterschätzender Teil des Steueraufkommens bei der Einkommen-, Gewerbe- und Körperschaftsteuer ist auf die exportorientierte Wirtschaft zurückzuführen. In Oberfranken beläuft sich das exportabhängige Steueraufkommen auf rund 750 Millionen Euro jährlich. Die kommunalen Haushalte profitieren enorm vom internationalen Geschäft, macht Dr. Michael Waasner deutlich, Präsident der IHK für Oberfranken Bayreuth.

Export sichert die Zukunft der Region
Hinzu kommt: Eine exportorientierte Wirtschaft kann ihre Risiken auf mehrere Standbeine verteilen. Ohne starke Auslandsnachfrage wäre unsere Wirtschaft nicht so robust, betont Dr. Waasner. "Das zeigt auch die aktuelle Konjunkturumfrage: Die Erwartungen bei den Auslandgeschäften sind besser als die Erwartungen bei der Inlandsnachfrage."

Herausforderungen für Unternehmen
Doch der Exporterfolg ist kein Selbstläufer: Um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, braucht es bessere Bedingungen für die Unternehmen. Dr. Waasner fordert deshalb: Gerade für mittelständische Unternehmen muss der Zugang zu internationalen Märkten leichter werden. Wir brauchen außerdem schnellere Genehmigungen, verlässliche Energie- und Digitalinfrastruktur und gezielte Investitionsanreize. Sonst droht Wertschöpfung ins Ausland abzuwandern.

Wichtiger denn je sind der Technologietransfer zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen, eine gezielte Förderung der industriellen Transformation und eine Digitalisierungsoffensive. Dazu wird eine umfassende Fachkräftequalifizierung für neue Technologien benötigt. Mit Blick auf die internationale Lage verweist die IHK auch auf die Notwendigkeit von Freihandelsabkommen.

Neue Märkte, neue Chancen
Es ist wichtig, dass die Politik deutsche Unternehmen bei der Erschließung neuer Märkte aktiv unterstützt, nicht nur durch Beratung, sondern durch konkrete Förderprogramme, erklärt Dr. Waasner. Wenn die großen Märkte wie die USA oder China schwächeln, müssen wir Alternativen finden - beispielsweise in Afrika oder Südostasien.

Hier ist die IHK für Oberfranken Bayreuth in Zusammenarbeit mit dem weltweiten Netz der Auslandshandelskammern tätig und berät in Rahmen von (Online-) Veranstaltungen oder individuellen Beratungen. Ein Paradebeispiel für eine solche Veranstaltung war das Afrikaforum der bayerischen IHKs, das vor wenigen Tagen mit 260 Teilnehmenden in von der IHK für Oberfranken Bayreuth durchgeführt wurde.

Bamberg
In der Stadt und im Landkreis Bamberg liegt die Exportrelevanz jeweils bei 16 Prozent, das exportrelevante Steueraufkommen bei 67 bzw. 107 Millionen Euro.

Bayreuth
In der Stadt Bayreuth liegt die Exportrelevanz bei 10 Prozent, im Landkreis Bayreuth bei 15 Prozent. Das exportrelevante Steueraufkommen kommt auf 39 bzw. 62 Millionen Euro.

Forchheim
Im Landkreis Forchheim liegt die Exportrelevanz bei 20 Prozent, das exportrelevante Steueraufkommen bei 112 Millionen Euro.

Hof
In der Stadt Hof liegt die Exportrelevanz bei 10 Prozent, im Landkreis Hof bei 18 Prozent. Das exportrelevante Steueraufkommen kommt auf 18 bzw. 58 Millionen Euro.

Kronach
Im Landkreis Kronach liegt die Exportrelevanz bei 17 Prozent, das exportrelevante Steueraufkommen bei 50 Millionen Euro.

Kulmbach
Im Landkreis Kulmbach liegt die Exportrelevanz bei 16 Prozent, das exportrelevante Steueraufkommen bei 44 Millionen Euro.

Lichtenfels
Im Landkreis Lichtenfels liegt die Exportrelevanz bei 15 Prozent, das exportrelevante Steueraufkommen bei 38 Millionen Euro.

Wunsiedel
Im Landkreis Wunsiedel liegt die Exportrelevanz bei 16 Prozent, das exportrelevante Steueraufkommen bei 49 Millionen Euro.

Quelle und Kontaktadresse:
Industrie- und Handelskammer für Oberfranken Bayreuth (IHK), Peter Belina, Leiter(in) Kommunikation, Bahnhofstr. 23-27, 95444 Bayreuth, Telefon: 0921 886-0

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