Pressemitteilung | Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)

Generation Praktikum: Weil sie keinen Job bekommen, nehmen immer mehr Menschen unterbezahlte Praktika an - teilweise jahrelang

(Berlin) - Anlässlich der 17. Bundesjugendkonferenz der DGB-Jugend in Halle/Saale vom 27. bis 29. Oktober, stellte DGB-Vorstandsmitglied Ingrid Sehrbrock am Freitag (28. Oktober) in Halle die Zwischenergebnisse einer DGB-Studie zu Akademikern in der Praktika-Falle vor: "Die schwierige Situation auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt führt dazu, dass sich immer mehr junge Menschen genötigt fühlen, unsichere und unterbezahlte Jobs anzunehmen. Dieses Problem hat auch die Akademiker erreicht.

Eine immer größer werdende Zahl von Hochschulabsolventen wird von den Arbeitgebern durch gering bezahlte oder sogar unbezahlte Praktika ausgenutzt. Viele Hochschulabsolventen befinden sich jahrelang in einer Praktikumsschleife, ohne dadurch ihre Aussichten auf eine Festanstellung zu verbessern.

Auf dieses Problem sind wir beim DGB durch unsere Online-Beratung www.students-at-work.de aufmerksam geworden. Um weitere Erkenntnisse zu gewinnen, erstellt die DGB-Jugend in Zusammenarbeit mit der Hans-Böckler-Stiftung eine Studie zur "Generation Praktikum". Die Studie wird Anfang nächsten Jahres fertig sein. Zwischenergebnisse lassen sich aber bereits jetzt feststellen:

Demnach nimmt die Zahl der Hochschulabsolventen, die nach dem Studium keine feste Anstellung erhalten, stetig zu. Immer mehr Hochschulabsolventen sind bereit, schlecht bezahlte Praktika anzunehmen. 39 Prozent der bisher Befragten erhalten während ihres Praktikums trotz Vollzeitarbeit überhaupt keine Bezahlung. Etwa die Hälfte der Befragten klagt über Ausbeutung. Die Betroffenen empfinden ihre Situation als empfindliche und frustrierende Verletzung der Würde.

Um diese Form prekärer Beschäftigung zu unterbinden, müssen klare Regelungen für Praktika gefunden werden. Der DGB fordert darum:
- Praktika sollen nicht länger als 3 Monate dauern. Alles was darüber hinausgeht, muss zumindest in Höhe des Existenzminimums vergütet werden.
- Praktikanten müssen einen Mindestlohn erhalten. Für Studierende sollte er 300 Euro betragen, für Hochschulabsolventen 600 Euro."

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand Josef Bergmann, Leitung, Organisation und Kommunikation Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin Telefon: (030) 24060-0, Telefax: (030) 24060324

(sk)

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