NABU fordert: Konzepte zum Klimaschutz jetzt auf den Tisch legen / Tschimpke: 100 Tage bis zur Weltklimakonferenz in Kopenhagen nutzen
(Berlin) - 100 Tage vor Beginn der Weltklimakonferenz in Kopenhagen fordert der NABU die Parteien auf, im Bundestagswahlkampf Farbe zu bekennen. "Die Parteien müssen jetzt ihre Konzepte auf den Tisch legen, wie sie die deutschen Klimaziele erreichen wollen", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Mit den bislang beschlossenen Maßnahmen würde der Treibhausgasausstoß bis 2020 selbst im besten Fall nur um 30 Prozent statt der versprochenen 40 Prozent reduziert werden. "Eine neue Bundesregierung muss daher vor allem in der Verkehrspolitik, bei der Gebäudesanierung und in der Landwirtschaft mehr Klimaschutz durchsetzen", so Tschimpke.
Im Dezember soll im Rahmen der Vereinten Nationen ein neuer Vertrag zur wirksamen Eindämmung der globalen Erderwärmung zustande kommen. Zur Bewältigung der Klimafolgen sind nach deren Experten-Schätzungen jedoch bereits ab 2015 jährlich 86 Milliarden Dollar notwendig. Bei unzureichenden Klimaschutzverpflichtungen drohen diese Kosten weltweit und vor allen in Schwellen- und Entwicklungsländern noch weiter anzusteigen. Nach jüngsten Studien sind in diesen Schätzungen viele der negativen Folgen für Ökosysteme nur unzureichend berücksichtigt. So können Gletscherschmelze, der Anstieg des Meeresspiegels oder Dürren für die betroffenen Menschen wichtige Funktionen und Leistungen der Natur wie Wasser- und Nahrungsversorgung massiv beeinträchtigen und die Kosten für die Anpassung an den Klimawandel explodieren lassen. "Die Einnahmen aus dem europäischen Emissionshandel sollten daher vollständig für zusätzliche Maßnahmen zur Verringerung des Treibhausgas-Ausstoßes und zur Anpassung an den Klimawandel verwendet werden", forderte NABU-Präsident Tschimpke.
"Bei der Weltklimakonferenz in Kopenhagen müssen die Industrieländer endlich finanzielle Verantwortung für die bereits verursachten Schäden übernehmen", so Carsten Wachholz, NABU-Experte für die UN-Klimaverhandlungen. "Um künftige Klimarisiken zu verringern, kann der Naturschutz durch den Erhalt und die Wiederherstellung von intakten Ökosystemen wie Wälder und Moore einen wichtigen Beitrag leisten."
Quelle und Kontaktadresse:
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
Pressestelle
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Telefon: (030) 284 984-0, Telefax: (030) 284 984 - 20 00
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