Pressemitteilung | Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
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NABU kritisiert Abschuss des Braunbären „Bruno" / Tschimpke: Chance auf erfolgreiches Wildtiermanagement vertan

(Berlin) - Der Naturschutzbund NABU hat den Abschuss des Braunbären "Bruno" scharf kritisiert. „Damit ist den Arten- und Wildtierschutzbemühungen in Deutschland im wahrsten Sinne des Wortes ein Bärendienst erwiesen worden", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Die Behörden hätten beim ersten in Bayern eingewanderten Bären besonnener reagieren und nicht gleich in Panik verfallen dürfen. „Im Fußball sind wir auf dem Weg Weltmeister zu werden, im Naturschutz aber nur Kreisklasse", so der NABU-Präsident. Auf internationaler Ebene kämpfe man für den Schutz bedrohter Arten wie Tiger, Elefant und Nashorn, schaffe es aber nicht, mit dem ersten Bären in Deutschland klarzukommen.

Seit Jahren engagieren sich Natur- und Artenschützer für die Rückkehr von Wildtieren wie Luchs, Wolf und auch Bären in Deutschland. Die bayerische Regierung habe die Chance, auch wandernden ehemals heimischen Tieren wieder eine Heimat in Deutschland zu schaffen, sofort vergeben. „Die Abschussgenehmigung des Tieres war von vornherein eine Fehlentscheidung", kritisierte Tschimpke. Die Alternativen wären Vergrämung, Fang und das Anbringen eines Senders gewesen. Der NABU habe die Landesbehörden wiederholt aufgefordert, auch anderen, anerkannten Experten die Erlaubnis zur Betäubung des Tieres zu geben und dem Bären mit einem kleineren, weniger Aufmerksamkeit erregenden Trupp nachzustellen. Dann wäre wirklich alles versucht worden, den ersten Bären, der nach 170 Jahren erstmals wieder nach Deutschland einwandert, nicht als toten Bären enden zu lassen.

„Es dränge sich der Verdacht auf, dass der Bär gar nicht gefangen, sondern gleich zur Strecke gebracht werden sollte", so Tschimpke. Die finnische Fangkompanie sei mit erheblichem Marketingrummel eingesetzt worden, aber letztlich nicht erfolgreich. Der NABU fordert die Behörden auf, sich zügig an die Ausarbeitung für Wildtiermanagementpläne mit ausgewiesenen Experten zu machen, um künftig besser vorbereitet zu sein. Bruno werde nicht der letzte Bär in Bayern sein.

Quelle und Kontaktadresse:
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) Pressestelle Herbert-Rabius-Str. 26, 53225 Bonn Telefon: (0228) 4036-0, Telefax: (0228) 4036-200

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