Familienunternehmer: Durch Griechenland-Milliarden Hilfen steigen Inflationsgefahren / Adenauer zu Schäuble: Zuerst müssen Alt-Gläubiger in Mithaftung gehen / Notfalls betroffenen Banken anschließend helfen
(Berlin) - DIE FAMILIENUNTERNEHMER befürchten steigende Inflationsgefahren im Euro-Raum, wenn Milliarden-Hilfen an Griechenland überwiesen werden. "Schon durch die Geldvermehrung der vergangenen zwei Jahre kann in den nächsten Monaten die Inflation anziehen und damit eine Geldentwertung einsetzen. Nachdem bei den Griechenland-Hilfen kein Ende absehbar ist und weitere Euro-Länder als Bittsteller bereitstehen, darf sich die Bundesregierung nicht vorschnell auf Hilfen festlegen. Wenn sich an den Finanzmärkten herumspricht, dass Nordeuropa für die Schulden von Südeuropa haftet, dann wird das Vertrauen in unsere Währung einbrechen. Eine kräftige Inflation könnte uns ins Haus stehen. Was das für ein Volk von Sparern mit Lebensversicherungen und Bausparverträgen bedeutet, kann sich jeder ausrechnen. Wir stehen in diesen Tagen vor einer der dramatischsten Weichenstellungen in der Nachkriegsgeschichte", erklärte Patrick Adenauer, Präsident von DIE FAMILIENUNTERNEHMER, bei der Jahresversammlung des Verbands im Beisein von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.
"Jahrelang haben Investoren und Anleger gerne in griechische Staatsanleihen investiert. Und seit Jahren haben sie gewusst, dass sie nur deshalb höhere Zinsen kassieren konnten, weil die griechischen Papiere ein höheres Risiko beinhalteten. Deshalb stellt sich für mich zwangläufig die Frage nach der Gläubigerhaftung. Man kann nicht jahrelang von Risikoaufschlägen bei den Zinsen profitieren und sich dann wegducken, wenn das Risiko Realität wird. Damit würde der griechische Virus endgültig auf den gesamten Euro-Raum übergreifen. Die Schuldenbremse wäre dann nur noch eine nette Episode der deutschen Verfassungsgeschichte. Notfalls muss die Bundesregierung ihr Veto einlegen. Wofür hätte sie sich vorher genau für die Einstimmigkeit bei der Freigabe der Griechenland-Hilfen einsetzen sollen? Auch des Argument, dass man dann anschließend wieder einigen Banken helfen müsse, kann nicht ziehen: diese Lösung ist allemal sauberer und in ihren Risiken eher zu begrenzen", unterstrich Adenauer.
Am Freitag, den 30. April, um 10.00 Uhr, wird auch Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler auf der Jahresversammlung, im Hotel Intercontinental, Budapester Straße, sprechen.
Quelle und Kontaktadresse:
Die Familienunternehmer - ASU e.V. (ASU), Bundesgeschäftsstelle
Klaus-Hubert Fugger, Pressesprecher
Charlottenstr. 24, 10117 Berlin
Telefon: (030) 300650, Telefax: (030) 30065390
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