Pressemitteilung | Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
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Soja gehört nicht in den Tank

(Berlin) – Das Europäische Parlament hat den geplanten Ausstieg aus der Förderung von Kraftstoffen auf Soja-Basis verhindert. Der NABU kritisiert diese Entscheidung scharf. Kraftstoffe aus Energiepflanzen sind kein wirksamer Beitrag zum Klimaschutz. Stattdessen erhöhen sie weltweit den Druck auf wertvolle Ökosysteme und verschärfen den Verlust von Arten und natürlichen Lebensräumen.

„Weiter Soja-Kraftstoffe zu erlauben, ist ein herber Rückschritt für den Klima- und Naturschutz. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Kraftstoffe auf Soja-Basis ähnlich schädlich für Natur und Klima sind wie solche aus Palmöl. Energiepflanzen wie Soja gehören deshalb nicht in den Tank. Andere EU-Staaten haben die Nutzung von Soja-Kraftstoffen bereits eingeschränkt, diesem Beispiel muss Deutschland jetzt folgen“, sagt Nikolas von Wysiecki, stellv. Teamleiter Klima und Verkehr beim NABU.

Die Europäische Kommission überprüft regelmäßig, welche Rohstoffe aufgrund indirekter Landnutzungsänderungen besonders hohe Klimawirkungen verursachen. Bei sogenannten high-ILUC-Rohstoffen entstehen zusätzliche Emissionen, weil der Anbau von Energiepflanzen weltweit die Umwandlung natürlicher Ökosysteme in landwirtschaftliche Flächen fördert. Besonders betroffen sind tropische Wälder und artenreiche Savannen wie der brasilianische Cerrado. Wissenschaftliche Analysen zeigen, dass Soja in dieser Hinsicht ähnlich problematisch ist wie Palmöl. Soja wird zu sehr großen Teilen in die EU importiert.

Die heutige Entscheidung, die ermöglicht wurde, weil die CDU-Parteienfamilie gemeinsam mit den rechtsextremen Parteien gestimmt hat, steht im Widerspruch zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Folgen für Klima und Natur von Soja-Kraftstoffen.
Der NABU fordert die Bundesregierung auf, diesen Spielraum konsequent zu nutzen und biogene Kraftstoffe aus Nahrungs- und Futtermittelpflanzen insgesamt schrittweise zu beenden. Die knappen Flächen werden für gesunde Ökosysteme, den Schutz der Artenvielfalt und eine klimaresiliente Landwirtschaft dringend benötigt.

Quelle und Kontaktadresse:
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU), Roland Panter, Referent(in) Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Charitéstr. 3, 10117 Berlin, Telefon: 030 284 984-0

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