Verbands-Presseticker
(Köln) - Die hohen deutschen Arbeitskosten werden nicht durch eine entsprechende Produktivität aufgewogen. Bei den Lohnstückkosten den Arbeitskosten je hergestellter Gütereinheit hatte die deutsche Industrie im vergangenen Jahr gegenüber den zwölf wichtigsten ausländischen Konkurrenten im Schnitt einen Nachteil von 16 Prozent. Nur in Norwegen waren die Arbeitskosten je Outputeinheit noch um 7 Prozent höher als hierzulande. Kanada und Japan dagegen konnten mit um 25 Prozent niedrigeren Lohnstückkosten auftrumpfen. Schweden und Frankreich unterboten das deutsche Niveau immerhin um etwa 20 Prozent.
(Berlin) - Eine positive Bilanz zieht die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) am ersten Tag des bundesweit einheitlichen Pflichtpfandes auf Getränke-Einwegverpackungen. "Das einheitliche Pfand hat die Generalprobe bestanden. Mehrere hundert Testkäufer haben am 1. Oktober im Bundesgebiet die gegenseitige Anerkennung der Systeme überprüft. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: In über 95 Prozent der besuchten Läden wurden anstandslos die neuen mit dem P-Logo markierten Verpackungen angenommen und das Pfand ausbezahlt, auch wenn beispielsweise das rücknehmende Geschäft am konkurrierenden VfW System beteiligt war", so Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e.V.
(Bonn/Bad Honnef) - Die deutschen Unternehmensberater sehen ihr Beratungsgeschäft optimistischer und erwarten für 2004 wieder eine anziehende Nachfrage. Der im vergangenen Jahr erstmals zu verzeichnende Umsatzrückgang von knapp fünf Prozent sei 2003 gestoppt worden. Diese Einschätzung gab der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater BDU e.V., Rémi Redley, bei seinem Vortrag am 1. Oktober zum Auftakt des beginnenden Branchenkongresses "Beratertag 2003", der noch bis zum 2. Oktober 2003 in Bad Honnef stattfindet. In vielen Unternehmen sei der Investitionsrückstau - zum Beispiel bei IT- und Datensicherheit - infolge der Zurückhaltung seit 2001 immens angewachsen.
(Hamburg) - Der Preis für Eurosuper in Deutschland lag im September 2003 mit 107,8 Cent pro Liter um 2,7 Cent unter dem des Vormonats. Der Dieselpreis war mit 84,2 Cent pro Liter sogar um vier Cent pro Liter günstiger als im August. Gleichzeitig gaben im September 2003 auch die Notierungen auf dem Rotterdamer Produktenmarkt nach. Die Einkaufskosten für Eurosuper sanken um 2,4 Cent auf 19,6 Cent pro Liter. Diesel kostete am Rotterdamer Markt mit 18 Cent pro Liter anderthalb Cent weniger als im Vormonat.
(Düsseldorf) - Der Deutsche Multimedia Verband (dmmv ) e.V. hat die Entscheidung der EU-Parlamentarier zu Softwarepatenten begrüßt. Im Rahmen ihres Votums hatten die Parlamentarier, den Vorschlag der EU-Kommission zwar in erster Lesung verabschiedet, aber mit rund 80 Änderungen zu dem Vorschlag der Kommission, auch sichergestellt, dass Software in der Regel allein dem Urheberrechtsschutz unterfällt und damit amerikanischen Verhältnissen hinsichtlich des Patentschutzes einen Riegel vorgeschoben.
(Bonn/Berlin) - Der führende Verband für Mittelstand in der Recycling-Branche, (bvse), sieht im bundesweiten Start der Pfandpflicht auf Einwegverpackungen für Getränke "die echte Chance, aus der bisherigen Sackgasse der letzten Monate nun mehr Wege zu besserem Recycling zu gehen". Statt eines "nervenden Chaos bei den ersten beiden Stufen des Kreislaufes, nämlich Kauf und Rückgabe von diesen Verpackungen, können wir seit dem 1. Oktober gleich mehrere Wege zu besserem Recycling gehen", beschreibt bvse-Hauptgeschäftsführer Hans-Günter Fischer die Entwicklung der kommenden Wochen und Monate.
(Berlin) - Die paritätische Mitbestimmung gerät durch das jüngste Urteil des Europäischen Gerichtshofes zur Niederlassungsfreiheit in der Europäischen Union keineswegs unter Druck. DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel erklärte am 1. Oktober in Berlin, dass "die Richter sich lediglich mit der Frage beschäftigten, ob ein Betrieb in einem Land in der Rechtsform eines anderen EU-Mitgliedsstaates geführt werden kann". Damit, so Hexel, haben sie keinerlei Aussage über die Mitbestimmung in dem Unternehmen oder einem Betrieb gemacht.
(Bonn) - Der Deutsche Hochschulverband (DHV) hat sich dafür ausgesprochen, die Hochschulen auch in Zukunft als gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern zu verstehen. Der Bund hat eine gesamtstaatliche Verantwortung für die allgemeinen Grundsätze des Hochschulwesens. Wenn der Bund diese Verantwortung nicht mehr wahrnehmen kann oder will, droht den deutschen Hochschulen im Aufbruch nach Europa ein Rückfall in den Provinzialismus, heißt es in einer Resolution, die das Präsidium des Verbandes am 1. Oktober in Bonn verabschiedet hat.
(Wiesbaden) - Auf die Notwendigkeit der Zusatz-Vorsorge für ein einigermaßen auskömmliches Einkommen im Alter hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt hingewiesen. Auf einer Tagung zur betrieblichen Altersvorsorge der SOKA-Bau (Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes) in Wiesbaden sagte IG BAU-Vorstandsmitglied Frank Wynands: "Werden die Vorschläge der Rürup-Kommission Wirklichkeit, dann muss der Durchschnittsarbeitnehmer 34 Jahre lang Beiträge einzahlen, nur um eine Rente auf Sozialhilfeniveau zu erreichen."
(Düsseldorf) - Ein halbes Jahr nach der zum 1. April in Kraft getretenen Neuregelung der Mini- und Midi-Jobs ziehen Gerhard Bäcker und Angelika Koch von der Universität Duisburg-Essen eine kritische Bilanz: Die Reform habe keinen gesamtwirtschaftlichen Zuwachs an Beschäftigung gebracht, schreiben sie in einem aktuellen Diskussionspapier des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts in der Hans-Böckler-Stiftung. Der vom Statistischen Bundesamt festgestellte fortgesetzte Abbau von Beschäftigung zeige vielmehr, dass die Neuregelungen in hohem Maße Verdrängungs- und Umschichtungseffekte auf dem Arbeitsmarkt ausgelöst, aber keine zusätzlichen Arbeitsplätze geschaffen hätten.




