Verbands-Presseticker
(Berlin) - Während einer Anhörung im Bundesinnenministerium am 6. Mai 2003 in Berlin haben die Vertreter des dbb beamtenbund und tarifunion gegenüber Otto Schily ihre Ablehnung einer verzögerten Anpassung von Dienst- und Versorgungsbezügen bekräftigt. Die Verschiebung der Anpassung an das Tarifergebnis für den öffentlichen Dienst um drei Monate ist nicht nachvollziehbar und ungerecht, erläuterte Erhard Geyer, der dbb Bundesvorsitzende dem Innenminister. Geyer weiter: Dieses Spiel wiederholt sich doch seit Jahren. In der Summe aller Verschiebungen seit 1993 hinken die Beamten der unteren Einkommensgruppen inzwischen eineinhalb Jahre, Beamte der höheren Besoldung über zwei Jahre hinter den tariflichen Einkommenssteigerungen hinterher.
(Frankfurt am Main) - Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat den Arbeitgeberverband der Mobilitäts- und Verkehrsdienstleister (Agv MoVe) am 5. Mai aufgefordert, bis spätestens 13. Mai 2003 über einen speziellen Tarifvertrag für Lokomotivführer zu verhandeln. Sollte sich der Arbeitgeber wie in den vergangenen vier Monaten weigern, ist er auch für die Konsequenzen verantwortlich, so der GDL-Bundesvorsitzende Manfred Schell. Die GDL hat vergangene Woche das Streikrecht für die DB Regio AG gerichtlich zugesprochen bekommen, nachdem ihr dieses zuvor durch eine Einstweilige Verfügung abgesprochen wurde.
(Berlin) - Für eine nachhaltige konjunkturelle Erholung in Deutschland seien noch keine Zeichen in Sicht, sagte Dr. Christopher Pleister, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) zum Auftakt der 59. Bankwirtschaftlichen Tagung in Timmendorfer Strand. "Wir warten in Deutschland im dritten Jahr auf den Herbstaufschwung - und er ist unwahrscheinlicher denn je. Wachstum aus eigener Kraft ist nur möglich, wenn die notwendigen Reformen in Deutschland ernsthaft angegangen werden. Das in der Politik immer noch vorherrschende Erkenntnisdefizit verhindert aber die dringend notwendige Entlastung der Wirtschaft. Eine Anpassung an dieses Umfeld in der Kreditwirtschaft ist vor diesem Hintergrund umso dringlicher", so Pleister.
(Köln) - Der Hunger auf Lebensmittel aus der Tiefkühlung in Deutschland hält an. Auch 2002 stiegen Absatz und Umsatz des Tiefkühlsortiments. Nach Markterhebungen des Deutschen Tiefkühlinstitutes in Köln wuchs der Gesamtverbrauch ohne Rohgeflügel, ohne Speiseeis um 2,9 Prozent auf über 2,541 Millionen Tonnen. Damit erwirtschaftete die Branche ein Umsatzplus von 2,3 Prozent auf 9,02 Milliarden Euro. Einschließlich der Verbrauchsmenge von tiefgefrorenem Rohgeflügel kletterte der Pro-Kopf-Verbrauch um 200 Gramm auf insgesamt 34,5 Kilogramm. In den Lebensmittelhandel einschließlich Heimdienste und Discounter flossen 52,3 Prozent der gesamten Verbrauchsmenge tiefgekühlter Lebensmittel.
(Köln) - Deutschland hat seine CO2-Emissionen in den neunziger Jahren um knapp 14 Prozent reduziert und die Klimaschutzpolitik damit weitaus ernster genommen als fast alle anderen EU-Staaten. Nur Luxemburg, das seinen Kohlendioxid- Ausstoß um fast ein Viertel senken konnte, stellt sich besser. Zu den Muster-Ländern zählen noch Großbritannien (-5,1 Prozent), Dänemark (-0,9 Prozent) sowie Finnland (-0,3 Prozent). Alle anderen EU-Mitglieder haben hingegen im Zeitraum 1990 bis 2000 mehr Mengen des Klimagases emittiert. Damit dürfte auch die EU Schwierigkeiten bekommen, ihre im Kyoto-Protokoll gemachte Zusage zu erfüllen, die Emissionen im Vergleich zu 1990 um 8 Prozent zu drücken. Insgesamt wollen die Industrieländer sowie die jungen Marktwirtschaften Osteuropas demnach ihren CO2-Ausstoß um gut 5 Prozent zurückfahren.
(Berlin) - Zu den vom EHI-EuroHandelsInstitut in Zusammenarbeit mit dem Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) vorgelegten Daten zur Zahlung per Karte erklärte heute in Berlin der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des HDE, Stefan Schneider: Die Zahlung per Karte wird zunehmend beliebter. Sie erzielte im Jahr 2002 im deutschen Einzelhandel einen Umsatzanteil von 29,5 Prozent und stieg damit im Vergleich zu 2001 (27 Prozent) an. Die beliebtesten Zahlungsverfahren waren die EC-Lastschrift (Karte plus Unterschrift) mit einem Umsatzanteil von 17,1 Prozent (2001: 15,8 Prozent) und electronic cash (Karte plus Geheimzahl) mit 6,2 Prozent (2001: 5,4 Prozent). Auf die Kreditkarten entfielen 4,8 Prozent (2001: 4,5 Prozent) und auf handelseigene Karten mit Zahlungsfunktion 1,4 Prozent (wie 2001)."
(Berlin) - Bei der Ausschreibung der Clearingstelle für pfandpflichtige Einweg-Getränkeverpackungen hat sich der internationale Medienkonzern Bertelsmann qualifiziert, der an der ersten Auswahlrunde nicht teilgenommen hatte. Mit dieser Entscheidung ist nach der Festlegung der technischen Standards ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einem bundeseinheitlichen Rücknahmesystem gesetzt. Aufgabe der Clearingstelle ist, Pfandüberschüsse und -unterdeckungen zwischen den Unternehmen auszugleichen. Die Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt (AGVU) erwartet, dass die Verhandlungen über einen entsprechenden Dienstleistungsvertrag mit der zur Bertelsmann-Gruppe gehörenden BFS Finance GmbH rasch zum Ergebnis führen und die erforderliche Freistellung des Bundeskartellamts erteilt wird.
(Brüssel/Berlin) - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnt die EU-Kommission ausdrücklich, bei ihrer geplanten Chemikalienpolitik nicht in Hektik zu verfallen. Die Frist für Stellungnahmen über das Internet, die am 7. Mai starten soll, sei mit einer Dauer von nur 5 Wochen viel zu kurz bemessen. Insbesondere Mittelständler könnten es in dieser knappen Zeitspanne nicht schaffen, die über 1.000 Seiten Gesetzestext zu lesen, zu verstehen und zu bewerten. Der DIHK fordert die Kommission deshalb eindringlich auf, die Zeit für Stellungnahmen deutlich zu verlängern.
(Köln) - Dem Gesundheitswesen laufen die Kosten davon. Allein der Umsatz des deutschen Apothekenmarktes ist im ersten Quartal diesen Jahres um weitere 7,1 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro gestiegen. "Alle im Gesundheitswesen beteiligte sind gehalten, Wirtschaftlichkeitsreserven zu erschließen und umzusetzen. Die Versandapotheker arbeiten aktiv daran, das im System vorhandene Sparpotential zu erschließen. Immerhin sprechen wir von einem Sparvolumen in Höhe von zirka 40 Millionen Euro, das allein durch eine Ausweitung des Impfstoffversandhandels erschlossen werden kann", erklärte Dr. Thomas Kerckhoff, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher VersandapothekerInnen in Köln, anlässlich der Nationalen Impfwoche.
(Brüssel/Berlin) - Für das Europäische Aktionsbündnis Mittelstand hat der Präsident der CEA-PME und Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) in Deutschland, Mario Ohoven, auf einer Veranstaltung mit der Generaldirektion Unternehmenspolitik der EU-Kommission Bedenken an den Schwerpunkten geäußert, die sich die Kommission im Grünbuch zum Unternehmergeist bei ihren Bemühungen um die Stärkung des Mittelstands in Europa setzt. Trotz der Einführung des Euro und dem weit reichenden Abbau von Grenzen ist der Binnenmarkt für Dienstleistungen noch längst nicht vollendet. Insbesondere im Bau- und Montagebereich stehen die Betriebe auch weiterhin vor einem stark zersplitterten Markt mit erheblichen nationalen Hürden.




