Verbands-Presseticker
(Berlin) - Mit Sorge stellt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fest, dass die vor anderthalb Jahren in Doha eingeleitete Welthandelsrunde zunehmend ins Stocken gerät. "Anders als angekündigt haben es die Mitglieder der WTO nicht geschafft, sich spätestens Ende März über die Grundsätze der Agrarverhandlungen zu einigen. Nach wie vor stehen wir bei dieser für den Erfolg der WTO-Runde so zentralen Frage vor scheinbar unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten", so der BDI-Hauptgeschäftsführer, Ludolf v. Wartenberg. "Alle WTO-Mitglieder sind dringend aufgefordert, sich aufeinander zu zu bewegen. Sonst nimmt die Welthandelsrunde ernsten Schaden", mahnt v. Wartenberg.
(Berlin) - Die Vorwürfe der Krankenkassen, dass Ärzte bewusst falsch abrechnen, haben sich in den meisten Fällen als haltlos erwiesen. Dies haben Prüfungen in den betroffenen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) ergeben. Von Tausenden angeblicher Betrugsfälle blieben nach eingehenden Untersuchungen nur einige wenige übrig. Dies hat heute in Berlin der Erste Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Manfred Richter-Reichhelm, erklärt. Zu Beginn des Jahres hatte die AOK Niedersachsen verkündet, gegen mehrere hundert Ärzte zu ermitteln, die Leistungen von toten Patienten abgerechnet haben sollen. Ihre Zahlen hatte die Kasse auf das gesamte Bundesgebiet hochgerechnet.
(Frankfurt am Main) - Der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau ist nach Angaben des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) im Monat Februar 2003 gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat um insgesamt ein Prozent zurückgegangen. Das Inlandsgeschäft fiel um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau. Die Auslandsnachfrage stieg im Februar um zwei Prozent. "Im Vorfeld des erwarteten Krieges hielten sich die Investoren mit der Vergabe neuer Bestellungen für Maschinen zurück", kommentierte Olaf Wortmann, Konjunkturexperte des VDMA, das Februar-Ergebnis.
(Berlin) - Die anhaltende Stagnation in der Wirtschaft, die Langzeitkrise an den Finanzmärkten, die völlig neue Bedrohungslage durch den internationalen Terrorismus sowie zahlreiche Naturkatastrophen und Großschadenereignisse beschreiben ein außergewöhnlich schwieriges Jahr für die Versicherungswirtschaft. Dennoch konnte die Branche ihren Wachstumskurs halten: Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin mitteilt, belaufen sich die Beitragseinnahmen seiner Mitgliedsunternehmen für das Jahr 2002 auf rund 141 (2001: 135,4) Milliarden Euro (Stand März 2003). Dies bedeutet für die Gesamtbranche ein Plus von rund 4,1 (2001: 2,7) Prozent.
(Frankfurt am Main) - Die Marktforschungsinstitute in Deutschland haben im Jahr 2002 einen Umsatz von 1.584 Mio. Euro erzielt. Trotz allgemeiner Konjunkturflaute konnten sie damit gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzplus von vier Prozent verbuchen. Die im ADM Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V. zusammengeschlossenen privatwirtschaftlichen Institute, die zusammen fast siebzig Prozent des Branchenumsatzes repräsentieren, steigerten ihren Umsatz sogar um sechs Prozent. Für die nahe Zukunft werden ähnliche Wachstumsraten wie für das Jahr 2002 erwartet. Von den zweistelligen Zuwachsraten des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts dürfte die Marktforschung aber noch einige Jahre entfernt sein.
(Bonn) - Bagdad erlebte am 27. März die heftigsten Bombardements seit Kriegsbeginn. An mehreren Stellen der Stadt sind Brände entfacht, die Strom- und damit auch Wasserversorgung ist in vielen Vierteln der Stadt immer wieder unterbrochen. Die Gefahr für einen langwierigen Zusammenbruch der Wasserversorgung von Bagdad wächst rapide. Bereits im Ersten Golfkrieg hat die Zerstörung der Strom- und damit Wasserversorgung in der Bevölkerung des Iraks mehr Todesopfer gefordert, als der Krieg an sich. Der fehlende Zugang zu sauberem Wasser führte zu einer raschen Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie Hepatitis, Typhus, Cholera und Durchfallerkrankungen.
(Berlin) - Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) sieht großen Überarbeitungsbedarf beim Entwurf der Verbraucherkredit-Richtlinie. Die von der EU-Kommission vorgelegten Regelungen, die am kommenden Montag in einem Gespräch zwischen den Spitzenverbänden der Wirtschaft und Vertretern des Europäischen Parlaments im Bundestag erörtert werden, bewertet Jochen Lehnhoff, Vorstandsmitglied des BVR, als unpräzise und realitätsfern. "Mit den Vorschriften der Richtlinie ist das von der Europäischen Kommission gesetzte Ziel nicht zu erreichen. Den Verbrauchern wird kein eigenständiger Umgang mit ihrem Geld zugetraut. Das kommt im Grunde einer Entmündigung des Bankkunden gleich", so Lehnhoff.
(Köln) - Sekundärbrennstoffe (Ersatzbrennstoffe) aus Abfall sollen dort, wo es ökologisch und ökonomisch Sinn macht, zukünftig vermehrt Primärbrennstoffe (Regelbrennstoffe wie beispielsweise Öl, Kohle, etc.) in entsprechend geeigneten Verbrennungsanlagen ersetzen. Die Verbrennung von Abfall stößt aber aufgrund der großen Verschiedenartigkeit des Abfalls auf Probleme. Zum einen sind die unmittelbaren brennstofftechnischen Eigenschaften und vielseitige stoffliche Zusammensetzung des Abfalles, zum anderen die Prozessführung bei der Verbrennung für einen sinnvollen Einsatz entscheidend, aber bisher noch wenig untersucht worden.
(Köln) - Die Mitgliederversammlung des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) wählte am 26. März ein neues Präsidium. Peter Wagner, Chef der debitel AG, ist neuer Präsident des VATM. Er wurde von den Mitgliedern einstimmig ins Präsidium gewählt. Vizepräsident des VATM ist weiterhin Harald Stöber, Arcor, der ebenfalls ohne Gegenstimme gewählt wurde. Wie geplant hat die Mitgliederversammlung eine neue Struktur und Spartenorganisation verabschiedet, so dass bei den Präsidiumsmitgliedern in Zukunft eine noch größere Verantwortung liegen wird. Ziel ist, die Schlagkraft des Verbandes weiter zu erhöhen.
(Berlin) - Industrie und private Stromerzeuger speisten 2002 mit 37 (2001: 29) Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) rund ein Viertel mehr Strom ins Netz für die allgemeine Versorgung ein als 2001. Die Stromversorger erzeugten in eigenen Kraftwerken mit 484 Mrd. kWh etwa genauso viel Strom wie im Vorjahr. Das meldet der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Berlin. Das unerwartet deutliche Plus bei der Stromerzeugung durch Industrie und sonstige Private sei auf eine extensive Nutzung der gesetzlichen Förderung zurückzuführen. Der Stromkunde werde zu deren Finanzierung über Umlagen herangezogen.



