Verbands-Presseticker
(Berlin) - Mit einem Schreiben an den Bundeskanzler, die Minister Eichel und Clement, die Ministerpräsidenten und die Parteien hat der Präsident des Deutschen Anwaltvereins (DAV), Rechtsanwalt Hartmut Kilger, die Ausweitung der Gewerbesteuer auf die Freien Berufe und somit auf die Anwaltschaft entschieden abgelehnt. Da in der Mehrzahl der größeren Kommunen in Deutschland höhere Hebesätze als 360 Punkte (z.B. Frankfurt/Main 490 Punkte) gelten, würde diese Ausweitung zu einer Mehrbelastung der Anwaltschaft führen.
(Wendelstein) - Mindestens eine halbe Million Kinder in Deutschland haben Hörprobleme. Gerade geringe Hörminderungen fallen aber oft erst nach vielen Jahren auf. Spätestens in der Schule, wo man nur begreifen kann, was man vorher akustisch verstanden hat, haben es diese Kinder schwer. Sie müssen sich stärker konzentrieren als andere und haben dennoch Schwierigkeiten mitzukommen. Die Fördergemeinschaft Gutes Hören rät, im Zweifelsfall immer das Gehör des Kindes überprüfen zu lassen. Egal, ob es sich um eine vorübergehende Hörminderung durch eine Mittelohrentzündung handelt, oder um eine bleibende: nur wenn man das Problem erkannt hat, kann man es lösen.
(Düsseldorf) - Bei Firmenpleiten gehen Arbeitszeitguthaben von Beschäftigten verloren. Eine Studie im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung macht erhebliche Schutzlücken für Arbeitnehmer im Insolvenzrecht aus. Mit der zunehmenden Flexibilisierung der Arbeitszeit nutzen immer mehr Betriebe Arbeitszeitkonten. Dabei können die Beschäftigten teilweise über mehrere Jahre Zeit- oder Entgeltguthaben "ansparen". Dies gilt insbesondere für die Altersteilzeit, bei der in einer bis zu fünfjährigen Arbeitsphase Guthaben angespart werden, die während der anschließenden, ebenso langen Freistellungsphase wieder abzubauen sind.
(Berlin) - Die Pläne der Bundesregierung, die Entfernungspauschale für die ersten 20 Kilometer zu beseitigen, ist vom Bund der Steuerzahler erneut heftig kritisiert worden. Als starker Tobak und Diskriminierung von Pendlern, bezeichnete der Präsident des Bundes der Steuerzahler Dr. Karl Heinz Däke, dass Autofahrer ihre Fahrtkosten erst vom 21. Kilometer an geltend machen können. Vielen Pendlern ist es nicht möglich, auf öffentliche Verkehrsmittel, die vom ersten Kilometer an begünstigt sind, umzusteigen. Das darf ihnen nicht zur Last gelegt werden.
(Essen) - Wirtschaftspolitik war bei dem Entwurf der Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) vom Bundesumweltministerium (BMU) ohne Bedeutung. Die bisher schon dürftige Härtefallregelung, die kaum ein Unternehmen in Anspruch nehmen kann, solle nicht verbessert werden und nun zudem bereits im Juli 2004 enden. Von einer dringend notwendigen Entlastung der Energiekosten energieintensiver Unternehmen auf breiter Basis könne dabei überhaupt keine Rede sein, so die Beurteilung des VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft. Effizienz und Kosten seien bei erneuerbaren Energien auch zukünftig keine entscheidenden Kriterien.
(Berlin) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Bundesfinanzminister Hans Eichel aufgefordert, die gegenwärtige Chaos-Debatte in Sachen Entfernungspauschale zu beenden. Die Bevölkerung könne für den Abbau umweltschädlicher Subventionen gewonnen werden, wenn dies Sinn mache und soziale Schieflagen beseitige. Es lägen inzwischen sehr gute Vorschläge für neue Pendler- Regeln vor. Es bedürfe nur noch geringer ökologischer und sozialer Nachbesserungen.
(Dortmund) - Es bedarf einer grundlegenden Strukturreform unseres Rentensystems, kommentiert Dr. Heinz S. Thieler, Hauptgeschäftsführer des Unternehmensverbandes, die öffentliche Diskussion zu den gravierenden Problemen in der Rentenversicherung. Das Älterwerden der Menschen bringt neue Herausforderungen in der Altersvorsorge. Ein Sozialsystem, das heute schon aus dem letzten Loch pfeift, wird dieser Herausforderung nicht gewachsen sein. Unser Sozialsystem muss sich auf die wirklich Bedürftigen konzentrieren. Die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern: Die gesetzlichen Rentenkassen werden in Zukunft vermutlich nur noch eine Grundsicherung bieten.
(Berlin) - Die Leistungen der häuslichen Krankenpflege werden um 36 Prozent gekappt. Insbesondere chronisch Kranke, die zu Hause von ambulanten Pflegediensten Leistungen wie Verbandwechsel, Injektionen und Medikamentengabe erhalten, werden die Leid Tragenden sein, sollte der Allparteien-Kompromiss zur Gesundheitsreform, wie er sich jetzt aus dem ersten Arbeitsentwurf ergibt, umgesetzt werden. Die geplanten Zuzahlungen für Patienten der häuslichen Krankenpflege sind eine Katastrophe! so Bernd Tews, Geschäftsführer des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa).
(Berlin) - Auch in diesem Jahr "testete" das Magazin ÖKO-TEST wieder Zahncremes und schockt in seiner August-Ausgabe mit der Schlagzeile "Zahnpasta - So machen Sie sich die Zähne kaputt". Lediglich sechs von 30 nur nach Inhaltsstoffen - und nicht nach Wirksamkeit - bewerteten Produkten schneiden mit "sehr gut" ab; zwei dieser Zahnpasten enthalten nicht einmal Fluoride! Eine Reihe fluoridhaltiger Zahnpasten hingegen wurde "wegen gesundheitsschädlicher Inhaltsstoffe" nur mit "mangelhaft" oder "ungenügend" bewertet.
(Frankfurt am Main) - Die Rentenversicherungsträger haben im Jahre 2002 rund 1,32 Millionen Renten neu bewilligt, teilt der Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR) mit. Darunter waren rund 176.100 Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, 771.800 Altersrenten, 251.700 Witwenrenten und 50.100 Witwerrenten sowie 72.300 Waisenrenten. Mit rund 102.800 bewilligten Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit bei den Männern und rund 73.300 Renten bei den Frauen sind diese Renten gegenüber dem Vorjahr um gut zwölf Prozent zurückgegangen.




