Verbands-Presseticker
(Berlin) - Die Delegierten der 104. Marburger Bund-Hauptversammlung haben zum Abschluss ihres Zusammentreffens in Berlin der Klinikärztegewerkschaft für die anstehenden Tarifverhandlungen zu Arbeitszeiten in Krankenhäusern einen eindeutigen Auftrag erteilt. Einstimmig forderten sie eine Reduzierung der überlangen Arbeitszeiten auf maximal 13 Stunden pro Tag und eine durchschnittliche wöchentliche Arbeitsbelastung von 48 Stunden. Darüber hinaus müsse die Grund- und Stundenvergütung der Klinikärzte angehoben werden, um den Arztberuf im Krankenhaus wieder attraktiv zu machen.
(Frankfurt am Main) - Eine gesetzliche Ausbildungsplatzabgabe, wie sie derzeit von der Regierungskoalition in Berlin wieder ins Spiel gebracht wird, würde die Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt zusätzlich verschlimmern. Dies sagte VhU-Präsident Dieter Weidemann im Anschluss an den Hessischen Unternehmertag am 06.11.2003 in Wiesbaden. Weidemann warnte: "Eine gesetzliche Regelung schafft keinen einzigen zusätzlichen Ausbildungsplatz. Sie belastet die Betriebe mit einer zusätzlichen Abgabe und schafft neue, aufwendige Bürokratie."
(Köln) - Der Ausbildungskonsens Nordrhein-Westfalen hat sich als das beste Mittel erwiesen, den Ausbildungsmarkt im Rheinland ins Gleichgewicht zu bringen. Dies teilten die Arbeitgeber Köln mit. Von ursprünglich 97 Konsenslingen in Köln das sind die unversorgten Lehrstellenbewerber, die am 30. September beim Arbeitsamt gemeldet waren sind Ende Oktober noch 66 übrig. Ihnen standen 184 freie Ausbildungsstellen gegenüber, so dass rein rechnerisch auf jeden Bewerber fast drei freie Stellen entfielen.
(Frankfurt am Main) - Die von SPD-Fraktionschef Franz Müntefering vorgelegten Eckpunkte zur Ausbildungsfinanzierung sind von der IG Metall begrüßt worden. Dies sei endlich ein zukunftsträchtiges Modell für eine Ausbildungsplatzumlage und damit die Sicherung der betrieblichen Berufsausbildung in Deutschland, sagte IG Metall-Vorstandsmitglied Erwin Vitt am Samstag in Frankfurt. "Wer will, das alle Jugendliche einen Ausbildungsplatz bekommen, der muss neue Formen der Finanzierung schaffen." Die SPD habe dazu einen wichtigen Beitrag vorgelegt.
(Bonn) - Der Deutsche Bauernverband (DBV) lehnt eine Ausbildungsplatzabgabe strikt ab. So lautet die Stellungnahme des DBV zu den Plänen der rot-grünen Regierungskoalition, sich bereits in der kommenden Woche auf die Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe zu einigen. Scharfe Kritik übte der DBV daran, dass mit der drohenden Ausbildungsplatzabgabe in einem Rundumschlag auch die Landwirtschaft abgestraft würde, obgleich die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im laufenden Jahr sogar angestiegen sei.
(Köln) - Der Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS), Köln, rechnet für 2003 nach einer aktuellen Befragung bei allen Vertriebswegen mit einem Umsatzergebnis von etwa 3,2 Milliarden Euro zu Endverbraucherpreisen. Dieses Ergebnis entspricht in etwa dem Umsatz von 2002. Diese Stabilisierung wäre unter den gegebenen Rahmenbedingungen als großer Erfolg zu werten. Bei einer differenzierten Betrachtung der Vertriebswege vom klassischen Fachgeschäft über das Warenhaus bis zum Versender bestätigt sich der Trend zur Firmenkonjunktur.
(Berlin) - Die Föderalismuskommission wird nur erfolgreich sein, wenn auch die Bürgerinnen und Bürger spüren, dass ihnen die Modernisierung der bundesstaatlichen Ordnung etwas bringt. Die Föderalismusreform muss daher auch die Handlungsfähigkeit der Kommunen stärken. Denn in den Kommunen wird direkt über die Lebensqualität für die Menschen entschieden. Dies forderte Dr. Gerd Landsberg, Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und Mitglied in der gemeinsamen Kommission von Bundestag und Bundesrat zur Modernisierung der bundesstaatlichen Ordnung anlässlich der konstituierenden Sitzung der Föderalismuskommission am 7. November in Berlin.
(Bonn) - Der Präsident des Sozialverbandes VdK Deutschland, Walter Hirrlinger, hat erhebliche Vorbehalte gegen die Vorschläge des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber angemeldet, in der Rentenversicherung Versicherte mit Kindern zu belohnen und Kinderlose mehr zahlen zu lassen. Hirrlinger sprach sich dagegen aus, Beitragszahlungen plötzlich zu verändern und damit zu verfälschen.
(Berlin) - Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI) rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem konstanten Branchenumsatz und einer stabilen Beschäftigungsentwicklung für 2003. In der Grundtendenz gelte dies wegen der hochlaufenden militärischen Programme Eurofighter, Tiger und NH90 auch für 2004, erklärte BDLI-Präsident Rainer Hertrich, obwohl die zivile Luftfahrt vor weiteren schwierigen Monaten stehe.
(Heppenheim) - Drastische Einschnitte bei der Versorgung der Patienten befürchtet die Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP) angesichts der gegenwärtigen Debatte um Gesundheitsreformen. Die Patientenvertretung hält es für patientenverachtend, dass es sowohl bei der Bürgerversicherung als auch bei der Kopfpauschale bisher lediglich darum gehe, wie viel mehr Geld die Bundesbürger künftig zu zahlen haben. In keiner Weise werde dargestellt, welche Leistungen die Patienten denn künftig für ihr Geld zu erwarten haben.



